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Politik Gabriel bei Beckmann: Die Antwort auf die K-Frage?
Nachrichten Politik Gabriel bei Beckmann: Die Antwort auf die K-Frage?
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18:01 29.11.2016
Sigmar Gabriel und seine Frau Anke. (Archivbild) Quelle: dpa
Berlin

Anke Gabriel (1976 als Anke Stadler geboren) praktiziert als Zahnärztin in Goslar. Mittendrin in der historisch gewachsenen Provinz, betrachtet man die Dinge vom politischen Berlin aus. Im März erwartet die Familie ein zweites Töchterchen. Bis dahin wird routinemäßig weiter gebohrt, gereinigt, überkront. Und nach der Geburt dann bald wieder. Ihr Mann Sigmar wird wohl Kanzlerkandidat der SPD werden. Auch zur Propagierung dieser nur noch mit kleinen Fragezeichen versehenen „K“-These diente gestern am späteren Abend in der ARD ein sehenswertes Beckmann-Porträt über die Gabriels.

„Weglaufen gibt’s nicht, sagt Anke“

Sollte ihr Mann gegen die schier übermächtig erscheinende Angela Merkel gewählt werden (Sigmar Gabriel bei Beckmann: „Weglaufen gibt’s nicht, sagt Anke“), dann „müsste Deutschland auf eine Kanzlergattin verzichten“. So spricht Anke. Häufig wolle sie nicht im Fernsehen auftreten, sagt Sigmar Gabriel am Nachmittag beim Gang in die SPD-Fraktion. Im Gegensatz zu Testosteron gesteuerten Männern sind Frauen nie ganz sicher, ob sie gut rüber kommen in der Glotze. Der Gemahlsgatte hat ihr noch vor der Sendung per Handy mitgeteilt: Danke, Anke, du warst wohl sehr gut. Und damit ist in der SPD-typischen Inszenierung der Führungsfrage eigentlich alles gesagt.

Wieder einmal machen die Frauen bei den Sozis nicht so viel Gewese um das, was Männer (Martin Schulz, Olaf Scholz oder andere) so mächtig umtreibt.

Ob einer wie Gabriel die SPD gegen Angela Merkels vierte Kanzlerinnen-Wahl in den Wettbewerb anführen kann, soll sich offiziell erst Ende Januar 2017 entscheiden. Hannelore Kraft, Parteivize, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen und Wahlkämpferin im Lande im nächsten Frühjahr, behauptete jetzt bei einem fröhlichen Abendempfang in Düsseldorf: „Ich weiß, wer es wird, aber ich sage es Ihnen nicht.“ Das klingt nicht nur politisch pubertär. Mit derlei Scheinwissen macht man den Genossen in der SPD-Führung wenig Freude. Die glauben dann entweder, sie wüssten weniger, oder sie fühlen sich veralbert, wenn es offiziell heißt, es bleibe beim bekannten Zeitplan.

Wird die K-Frage vor Januar noch geklärt?

Dabei bestimmt die NRW-Regierende tatsächlich, was läuft. Vom Ausgang der Mai-Landtagswahl hängt ab, ob die SPD noch einmal in Schlagdistanz zur Union gerät. Und Frau Kraft hat schon mehrfach erklärt, wenn es nach ihr ginge, dann könne Gabriel das mit der „K“-Frage übernehmen. Zum Nutzen der SPD und zum Wohle ihres geregelten Landtagswahlkampfes.

Laut neuestem Plan könnte jetzt schon in den nächsten Tagen (schließlich ist in einer knappen Woche CDU-Bundesparteitag) die echte Nachricht durchsickern: Gabriel tritt gegen die Kanzlerin an. Scholz und Schulz werden mit anderen im SPD-Team 2017 mitmachen und Schulz darf als Außenminister die deutsche Innenpolitik noch besser kennen lernen.

Von RND/Dieter Wonka

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