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Gauck warnt in Flüchtlingsdebatte vor "Horrorszenarien"

Migration Gauck warnt in Flüchtlingsdebatte vor "Horrorszenarien"

Bundespräsident Gauck kommt nach Bergisch Gladbach, um Flüchtlinge und Helfer zu treffen. Er ruft dazu auf, bei Sorgen den Mund aufzumachen. Aber zu viel Pessimismus sei auch nicht hilfreich.

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Ein Flüchtling übergibt Bundespräsident Gauck vor einer Flüchtlingsunterkunft in Bergisch Gladbach Blumen.

Quelle: Federico Gambarini

Bergisch Gladbach. Bundespräsident Joachim Gauck hält besonders pessimistische Äußerungen in der Flüchtlingsdebatte für "gefährlich": "Es werden Horrorszenarien für die Zukunft entwickelt.

Und diese Horrorszenarien und diese negativen Stereotype haben alle eines gemeinsam: Sie entmächtigen uns", sagte er in Bergisch Gladbach. Damit würde der Eindruck erweckt, dass wir nicht in der Lage seien, den kommenden Herausforderungen zu entsprechen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte angesichts der vielen Flüchtlinge zuvor von einer "Lawine" gesprochen und damit breite Kritik ausgelöst.

Gauck besuchte in Bergisch Gladbach zwei Flüchtlingsunterkünfte. Er warnte davor, die Sorgen der Bürger in der Flüchtlingsdebatte rechten Scharfmachern zu überlassen. "Wenn wir in der Mitte der Handelnden und der Solidarischen aufhören, die Probleme zu besprechen, die unsere Mitbürger betreffen, dann werden am rechten Rand genug Verführer und Nutznießer sein, die sich dieser Probleme bemächtigen", betonte Gauck. Er rief dazu auf, Befürchtungen nicht für sich zu behalten - "das Maul aufmachen", wie das Staatsoberhaupt forderte. "Wir haben es nicht nötig, vor dem, was uns als ungeklärtes Problem noch vor den Füßen liegt, wegzulaufen", sagte Gauck.

Die Flüchtlinge bereiteten Gauck einen herzlichen Empfang. Der Politiker wurde beklatscht, bekam Blumen und musste für Handyfotos posieren. Aber Bewohner hatten auch Wünsche an Gauck. "Ich würde gerne die Erlaubnis haben, hier lange leben und arbeiten zu können", sagte der Albaner Elvis Kila (32). Deswegen lerne er gerade auch intensiv Deutsch. Bei ihm zu Hause gebe es zwar keinen Krieg wie in Syrien, die Umstände seien für ihn dennoch nicht lebenswert gewesen.

dpa

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