Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Gröhe will mehr Personal für Nachtdienste in Heimen
Nachrichten Politik Gröhe will mehr Personal für Nachtdienste in Heimen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 23.12.2017
Gesundheitsminister Gröhe: “Die Situation in der Pflege schnell verbessern“ Quelle: epd
Berlin

Die letzte Pflegereform ist erst seit fast einem Jahr in Kraft, doch die Vorbereitungen für die nächste laufen bereits auf Hochtouren. „Wir müssen dafür sorgen, etwa durch einen Sonderpersonalschlüssel bei Nachtdiensten, die Situation in der Pflege schnell zu verbessern“, sagte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „In der Altenpflege haben wir durch die Pflegereform bereits fast überall eine Verbesserung der Personalausstattung erreicht. In sieben Bundesländern kann das genau hochgerechnet werden, allein dort können 10 400 zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen werden.“ Darüber hinaus werde gerade an einem bundesweit einheitlichen Personalbemessungsverfahren gearbeitet.

Gröhe zieht eine positive Bilanz der jüngsten Pflegereform, die zu Jahresbeginn 2017 in Kraft getreten war, plant nun aber weitere Veränderungen – insbesondere im Personalbereich. „Wir haben nicht nur die Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Familien spürbar ausgeweitet, sondern mit der Stärkung von Tariflöhnen, Bürokratieabbau und mehr Betreuungs- und Pflegekräften auch wichtige Verbesserungen für unsere Pflegekräfte auf den Weg gebracht“, sagte der CDU-Politiker. „Die Fachkräftesicherung und gute Arbeitsbedingungen für alle, die in der Pflege täglich Enormes leisten, werden ein zentrales Thema auch in dieser Wahlperiode sein.“ Ähnlich äußerte sich auch Kanzleramtschef Peter Altmaier. In einzelnen Bereichen gebe es „noch große Unzulänglichkeiten“, sagte der CDU-Politiker der „Süddeutschen Zeitung“.

„Pflegekräfte fallen ja nicht vom Himmel!“

Die schwierige Personalsituation in Heimen und Krankenhäusern und der zunehmende Fachkräftebedarf hatte bereits die Debatten im Wahlkampf bestimmt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war damals in einer TV-Sendung vor Millionenpublikum von Pflege-Azubi Alexander Jorde aus Hildesheim auf bestehende Missstände angesprochen worden: „Wie wollen Sie es denn schaffen, dass in zwei Jahren genügend Pflegekräfte da sind? Die fallen ja nicht vom Himmel!“

Inzwischen deutet alles darauf hin, dass die neue Bundesregierung das Pflegepersonal aufstocken wird. Bei den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen statt das Thema bereits ganz oben auf der Agenda. Bei den GroKo-Gesprächen vom 7. Januar an dürfte es genauso sein.

Laut Bundesgesundheitsministerium ist die Zahl der als pflegebedürftig anerkannten Menschen, die Hilfen aus der Pflegeversicherung erhalten, seit Jahresbeginn um 400 000 auf 3,3 Millionen gestiegen. Davon erhalten den Angaben zufolge 200 000 Menschen erstmals Leistungen. Für die übrigen 200 000 habe es zuvor lediglich Leistungen der so genannten Pflegestufe 0 gegeben. Der Anteil derer, die auf Antrag Pflegeleistungen zugesprochen bekommen, ist in diesem Jahr auf rund 87 Prozent gestiegen. 2016 waren es noch 80 Prozent.

„Jetzt sind die Pflegeeinrichtungen am Zug“

Die Bundesregierung setzt sich für eine bessere Bezahlung des Pflegepersonals ein. In der Altenpflege gebe es eine erhebliche Lohnspreizung, heißt es in Kreisen des Gesundheitsministeriums. In Baden-Württemberg und Bayern verdiene eine Fachkraft nach neuesten Zahlen im Schnitt 2900 Euro im Monat, in Sachsen-Anhalt nicht einmal 2000 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern gerade einmal 2200 Euro. Deshalb seien Pflegekassen und Sozialhilfeträger verpflichtet worden, die Zahlung von Tariflöhnen in der Altenpflege als wirtschaftlich anzuerkennen und damit voll zu übernehmen. Jetzt seien die Pflegeeinrichtungen am Zug.

Im Zuge der Pflegereform habe man die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte in Heimen deutlich auf rund 60 000 erhöht. Damit würden jeder Einrichtung nun im Durchschnitt mehr als vier zusätzliche Betreuungskräfte zur Verfügung stehen, was wöchentlich 1,8 Millionen Arbeitsstunden für zusätzliche Betreuungsangebote entspreche, hieß es aus dem Bundesgesundheitsministerium.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Schnell noch in den Supermarkt und Lebensmittel fürs Fest einkaufen: Manche haben den Großeinkauf bereits hinter sich, andere machen ihn heute auf den letzten Drücker. Viele Verbraucher in Deutschland nervt allerdings unnötiger Verpackungsmüll, wie eine neue Studie zeigt.

22.12.2017

Mehr Leistungen für Pflegebedürftige und höhere Löhne für Pflegekräfte: Der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zieht eine positive Bilanz der jüngsten Pflegereform, die im Januar 2017 in Kraft getreten war.

22.12.2017

Im Katalog möglicher Sanktionen gegen Nordkorea haben UN-Diplomaten noch Luft. Nun deckeln sie die erlaubten Mineralölerzeugnisse weiter und nehmen auch konkrete Waren wie Maschinen und elektrische Geräte ins Visier. Ob Pjöngjang einlenken wird, scheint weiter fraglich.

22.12.2017