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Haftstrafe für Bonner IS-Unterstützerin

Terrorismus Haftstrafe für Bonner IS-Unterstützerin

Eine 26-Jährige aus Bonn, die der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) rund 5000 Euro zukommen ließ, ist zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden.

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Die Angeklagte und ihr Verteidiger im Oberlandesgericht Düsseldorf.

Quelle: Marius Becker

Düsseldorf. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach die Frau wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung schuldig.

Ihr Ehemann, ebenfalls aus Bonn, kämpft als Terrorist in den Reihen des Islamischen Staats. Ein mitangeklagter 23-jähriger Islamist, dem zwei Geldsendungen zugerechnet wurden, erhielt ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung.

Die Bundesanwaltschaft hatte vier Jahre Haft für die zum Islam konvertierte Deutsch-Polin gefordert. Sie hatte insgesamt 11.000 Euro und elektronische Ausrüstung wie Kameras ins Kriegsgebiet geschickt. Das Geld war über einen Finanzdienstleister an einen Mittelsmann in eine türkische Stadt nahe der syrischen Grenze überwiesen worden. Dort wurde es von Mittelsmännern oder IS-Terroristen abgeholt.

Der Senat unter Vorsitz von Richterin Barbara Havliza hielt der Angeklagten zugute, dass sie vom Wechsel ihres Mannes von einer anderen islamistischen Gruppe zum IS erst später erfahren haben könnte. Bei fünf Geldüberweisungen sah das Gericht aber als erwiesen an, dass sie wusste, dass das Geld für IS-Terroristen gedacht war.

In Chats habe sich die aus einer gläubigen katholischen Familie stammende Frau zudem mit der blutrünstigen Gruppe identifiziert und deren Gräueltaten verteidigt: "Sie töten diejenigen, die getötet werden müssen. Sie ziehen es wenigstens durch", schrieb die Frau, als eine Bekannte den Blutrausch des IS kritisierte.

Auf einem im Internet verbreiteten Propagandavideo ist zu sehen, wie ihr Ehemann in Syrien nahe Homs vor einem Leichenberg posiert, eine Leiche mit dem Fuß tritt und ruft: "Wie ihr sehen könnt, haben wir geschlachtet." Das Video soll nach der Eroberung eines Gasfeldes durch den IS entstanden sein, bei der 90 Menschen von IS-Terroristen getötet wurden.

dpa

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