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Handgranate auf Gelände von Flüchtlingsheim geworfen

Migration Handgranate auf Gelände von Flüchtlingsheim geworfen

Seit Monaten häufen sich in Deutschland Anschläge gegen Flüchtlingsheime. Mit einer Granate im Schwarzwald erreicht die Gewalt eine neue Qualität. Eine entscheidende Frage ist aber offen.

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Unbekannte haben einen Anschlag mit einer Handgranate auf eine Flüchtlingsunterkunft verübt.

Quelle: Patrick Seeger

Villingen-Schwenningen. Im Schwarzwald haben Unbekannte eine mit Sprengstoff gefüllte Handgranate auf das Gelände einer Flüchtlingsunterkunft geworfen. Das Heim für Asylbewerber im baden-württembergischen Villingen-Schwenningen wurde in der Nacht zum Freitag angegriffen.

Unklar ist aber, ob die jugoslawische Granate vom Typ M52, eine Kriegswaffe, scharf war und hätte explodieren können. Verletzt wurde niemand. In dem Heim leben mehr als 100 Flüchtlinge.

"Es steht fest, dass sie mit Sprengstoff gefüllt war", sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Konstanz, Johannes-Georg Roth. "Ob ein Zünder verbaut war, ist bisher nicht bekannt." Ein Experte des Landeskriminalamtes erklärte, von einer scharfen Granate könne nur gesprochen werden, wenn Sprengstoff und Zünder vorhanden seien. Aus Polizeikreisen hatte es zunächst geheißen, die Granate sei scharf.

Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben in alle Richtungen und schließt ein fremdenfeindliches Motiv nicht aus. Es könnte sich aber auch um einen gezielten Anschlag auf das Wachpersonal handeln. "Das Motiv wissen wir noch nicht", sagte ein Polizeisprecher. Einen konkreten Verdacht gebe es noch nicht. Befragungen in der Nachbarschaft hätten aber den einige Hinweise dazu erbracht, hieß es.

Die Granate wurde von Entschärfern kontrolliert gesprengt. In der Unterkunft leben nach Auskunft des Regierungspräsidiums Freiburg 104 Flüchtlinge aus mehreren Ländern, 39 davon aus Syrien, weitere Flüchtlinge stammten aus Afghanistan, Irak und Albanien.

Die Handgranate sei gegen 1.15 Uhr von der Straße aus über den Zaun in eine Zufahrt des Geländes geworfen worden, sagte der Leiter der Sonderkommission "Container", Rolf Straub. Der Sprengkörper sei neben einem Container des Sicherheitsdienstes liegengeblieben, in dem sich drei Sicherheitsleute aufhielten. Die Granate explodierte jedoch nicht. Zwölf Streifenbesatzungen rückten an, die Polizei sperrte das Gelände und angrenzende Straßen weiträumig ab.

Es ist bundesweit der erste Sprengstoff-Angriff auf Flüchtlinge. "Bis jetzt hatten wir zwar mehrere Fälle, in denen Pyrotechnik verwendet wurde", sagte eine Sprecherin des Bundeskriminalamts (BKA) in Wiesbaden. "Dass nun eine Kriegswaffe zum Einsatz gegen eine Flüchtlingsunterkunft kam, ist neu."

Politiker sprachen von einer neuen Dimension der Gewalt. "Also das ist wirklich unfassbar, dass jetzt schon mit Handgranaten - quasi mit militärischen Waffen - auf Asylsuchende losgegangen wird", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. "Die Täter dürfen nicht ungestraft davon kommen", forderte Bundesjustizminister Heiko Maas.

dpa

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