Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Hariri folgt Macrons Einladung nach Paris
Nachrichten Politik Hariri folgt Macrons Einladung nach Paris
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 17.11.2017
Der Premier des Libanon, Saad Hariri. Quelle: dpa
Anzeige
Beirut

Nach zwei Wochen der Spekulationen über sein Schicksal soll der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri Saudi-Arabien Richtung Paris verlassen. Funktionäre seiner Partei „Zukunftsbewegung“ in Beirut sagten der Deutschen Presse-Agentur am Freitag, sie erwarteten die Abreise innerhalb weniger Stunden. Hariris aufsehenerregende Rücktrittserklärung Anfang November von Riad aus hatte den Libanon in eine politische Krise gestürzt und Angst vor einer Eskalation im Land geschürt.

Das Büro des französischen Präsidenten Emmanuel Macron teilte mit, der Staatschef werde Hariri und dessen Familie am Samstagmittag in Paris empfangen. Es sei unter anderem ein gemeinsames Essen geplant. Es blieb zunächst unklar, wie lange Hariri in Frankreich bleiben wird. Es wird davon ausgegangen, dass der Besuch mehrere Tage dauert.

Der französische Präsident Emmanuel Macron begrüßt den libanesischen Regierungschef Saad Hariri im Elysee Palast. Quelle: dpa

Seit der Rücktrittserklärung hatte Hariri die Golfregion nicht verlassen. Deshalb gibt es Spekulationen, Saudi-Arabien habe seinen Rückzug erzwungen und halte ihn fest, um im Libanon Spannungen mit der einflussreichen Schiitenmiliz Hisbollah zu erzeugen. Schutzmacht der Hisbollah ist der Iran, der mit Saudi-Arabien um Einfluss in der Region ringt.

Hariri selbst bestritt die Gerüchte am Freitag erneut: „Mein Aufenthalt im Königreich ist Konsultationen über die Zukunft des Libanons und die Beziehungen mit der Arabischen Welt geschuldet“, schrieb er auf Twitter. Alle Geschichten über ihn und den Verbleib seiner Familie seien nur Gerüchte.

Libanon von schwerer innenpolitischer Krise heimgesucht

Paris hatte sich in den vergangenen Tagen mit zahlreichen diplomatischen Kontakten in die Krise eingeschaltet, unter anderem war Macron selbst vergangene Woche nach Riad gereist. Er hatte Hariri schließlich „für einige Tage“ nach Frankreich eingeladen. Frankreich hat als frühere Mandatsmacht traditionell enge Kontakte zum Libanon. Auch die Familie Hariri hat enge Beziehungen zu den Machtzirkeln in Paris.

Eine Rückkehr Hariris nach Beirut wird als Voraussetzung für eine Lösung der schweren innenpolitischen Krise gesehen, die der 47-Jährige mit seiner Ankündigung in dem fragilen Land am Mittelmeer ausgelöst hatte. Hariri ist trotz seiner Rücktrittserklärung rechtlich noch immer der Regierungschef des Libanons, weil er seinen Rücktritt bislang nicht offiziell in Beirut eingereicht und auch Präsident Michel Aoun den Schritt nicht akzeptiert hat.

Von dpa/RND

Die Entscheidung über eine Auslieferung des früheren katalanischen Regierungschefs Carles Puigdemont und vier seiner Minister von Belgien nach Spanien ist vertagt worden.

17.11.2017

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat in Minsk den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko getroffen und die Möglichkeit einer engeren Kooperation mit dem autoritär regierten Staat ausgelotet.

17.11.2017

Bundeskanzlerin Angela Merkels übliches Konzept ging in den Jamaika-Sondierungen nicht auf: Es wurde vertagt, weggelächelt und verschoben. Das haben jetzt die Jamaika-Partner nicht mehr mitgemacht. Die Raute als Verständigungssymbol hat ausgedient.

17.11.2017
Anzeige