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Politik Heftige Gefechte in Damaskus
Nachrichten Politik Heftige Gefechte in Damaskus
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14:55 16.09.2016
Straßenszene aus der Syriens Hauptstadt Damaskus. Quelle: afp
Damaskus

Am östlichen Stadtrand von Damaskus lieferten sich regierungstreue Einheiten und Rebellen schwere Gefechte. Unklar war zunächst, ob auch dschihadistische Milizen beteiligt waren, für die die Waffenruhe nicht gilt. Nach Angaben aus der syrischen Armee hatten Aufständische versucht, über den Vorort Dschobar in die Hauptstadt Damaskus vorzudringen. Angesichts der starken Aufsplitterung der Rebellengruppen war zunächst nicht klar, welche Milizen den Vorstoß unternahmen. Dort stünden Einheiten der islamistischen Bewegung Failak al-Scham und der dschihadistischen Fateh al-Scham, sagte der Leiter der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman.

Es ist unklar, für welche Milizen die Waffenruhe gilt

Die Fateh al-Scham-Front, zuvor als Al-Nusra-Front bekannt, hatte sich im Juli umbenannt und vom internationalen Terrornetzwerk Al-Kaida abgespalten. Derzeit ist die Gruppierung Fateh al-Scham vielerorts mit islamistischen und gemäßigteren Aufständischen verbündet. Dadurch ist der Geltungsbereich der Waffenruhe unscharf, die für die von Dschihadisten kontrollierten Gebiete nicht gilt. Die USA und Russland hatten eine Waffenruhe für Syrien vereinbart, die am Montag in Kraft getreten und Mitte der Woche noch einmal verlängert worden war. An sie knüpft sich die Hoffnung, dass Friedensgespräche zur Beilegung des Syrien-Konfliktes wieder aufgenommen werden können.

Bisher mehr als 300.000 Opfer in Syrien

In dem seit Frühjahr 2011 andauernden Bürgerkrieg wurden bisher mehr als 300.000 Menschen getötet. Dschobar ist seit drei Jahren umkämpft. Die meisten Einwohner haben das Viertel verlassen, die Kämpfe finden zumeist in Tunneln und Häuserruinen statt. Der Ort ist von strategischer Bedeutung, denn er grenzt an den Platz der Abbasiden, der ins Herz der Hauptstadt führt.  Im Rahmen der Waffenruhe sollte auch die Lieferung von Hilfsgütern in die Stadt Aleppo im Norden des Landes ermöglicht werden. Ein Konvoi aus 20 Lastwagen mit Hilfsgütern für die besetzten Teile Aleppos hing am Freitag weiter an der türkisch-syrischen Grenze fest. Ein Sprecher der UN-Organisation für humanitäre Hilfe (OCHA) sagte, zuvor müssten sich alle Konfliktparteien auf die Durchfahrt des Konvois verständigen. Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, es seien noch immer Regierungstruppen an der Zufahrt nach Aleppo stationiert.

US-Regierung macht Moskau für Blockade Aleppos mitverantwortlich

Die US-Regierung machte Damaskus und „seine Wohltäter in Moskau“ für die Blockade verantwortlich. Russland verlangt seinerseits von Washington, es müsse die gemäßigten Rebellen zu einer klaren Distanzierung von Fateh al-Scham bewegen. Bei Luftangriffen auf eine von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierte Stadt im Osten Syriens wurden am Donnerstag nach Angaben von Aktivisten mehr als 20 Zivilisten getötet worden. Unter den mindestens 23 Todesopfern des Angriffs auf Majadin seien neun Kinder, erklärte der Leiter der Beobachtungsstelle. Einer der Luftschläge habe eine Schule getroffen, die als Flüchtlingsunterkunft diene. Den Angaben zufolge wurden 30 weitere Menschen durch die Luftangriffe verletzt.

Von RND/afp

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