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Nachrichten Politik Hillary Clinton entspannt im Wald
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08:51 11.11.2016
Hillary Clinton posiert für das Erinnerungsfoto mit Margot Gerster und der kleinen Phoebe. Quelle: Facebook
Chappaqua

Es ist die dunkelste Stunde ihrer langen und von Erfolg geprägten politischen Zeit gewesen: Hillary Clinton musste die Niederlage gegen Donald Trump eingestehen. In ihren Augen schimmerten Tränen, die langen Wochen des härtesten Wahlkampfes aller Zeiten hinterließen Spuren.

Seit ihrer Rede hat sich die 69-Jährige zurückgezogen, sucht Abstand zur Öffentlichkeit. Der Clinton-Clan lebt in Chappaqua im US-Staat New York. Genau dort kommt die gescheiterte Demokratin zur Ruhe. Einen Tag nach der Niederlage spazierte Hillary mit dem Familienhund durch den Wald.

Sichtlich gelöst: Hillary Clinton genießt die Zeit der Erholung. Im Wald trifft sie Margot Gerster. Quelle: Facebook

Auch Margot Gerster war in dieser Zeit mit Töchterchen Phoebe unterwegs und staunte nicht schlecht, kurz nachdem sie es im Unterholz rascheln hörte. Die beiden Damen standen sich plötzlich auf dem Weg gegenüber. Es entstand ein Foto, das Hillary mit Hund in der Hand und Lächeln im Gesicht zeigte. Gerster spendete Trost, schrieb unter das Foto: „Ich musste sie umarmen und mit ihr sprechen und ihr sagen, dass mein stolzester Moment als Mutter war, als ich Phoebe mit zum Wählen nahm. Sie umarmte mich und bedankte sich und wir tauschten ein paar Höflichkeiten aus.“ Aus ihrer Abneigung gegen Trump machte die junge Mutter kein Geheimnis: „Seit der Wahl fühlt sich mein Herz ganz gebrochen an:“

Und wie sieht es nun um die Zukunft Hillary Clintons aus? Ungewiss. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, ihre vier Vorgänger - die Wahlverlierer seit 2000 - wählten ganz unterschiedliche Wege. Ein Überblick:

Al Gore (68) Quelle: dpa

Der Vizepräsident von Bill Clinton scheiterte 2000 knapp an George W. Bush. Gore machte sich seitdem vor allem durch sein Engagement für den Klimaschutz einen Namen. Sein Dokumentarfilm „Eine unbequeme Wahrheit“ wurde 2007 mit zwei Oscars ausgezeichnet. Später erhielt er den Friedensnobelpreis, zusammen mit dem Weltklimarat. Zudem ist Gore in der Wirtschaft aktiv: unter anderem als Aufsichtsratsmitglied bei Apple sowie in den Führungsetagen von Investmentunternehmen.

John Kerry (72) Quelle: dpa

Vier Jahre nach Gore verlor auch dieser Demokrat gegen Bush. Dies war aber nicht das Ende seiner Laufbahn als Politiker: Nach der Pleite blieb er zunächst Senator von Massachusetts und wurde 2009 Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Beziehungen. Weitere vier Jahre später rückte Kerry in die Regierung von Barack Obama auf: Er wurde Außenminister und somit Nachfolger von Hillary Clinton. An den Verhandlungen für das Atomabkommen mit dem Iran war er federführend beteiligt.

John McCain (80) Quelle: EPA

Gemeinsam mit seiner Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin unterlag der Republikaner 2008 gegen Obama. Wie Kerry war McCain zuvor seit den Achtzigerjahren im Senat. Auch nach seiner Niederlage blieb der Vertreter von Arizona in dieser Kammer und ist dort Vorsitzender des Ausschusses für Streitkräfte. Nach dem Video-Skandal von Präsidentschaftskandidat Donald Trump entzog ihm der einflussreiche Republikaner McCain kurz vor der Wahl seine Unterstützung.

Mitt Romney (69) Quelle: dpa

Der Unternehmer und ehemalige Gouverneur von Massachusetts hatte seit der Niederlage gegen Obama vor vier Jahren kein politisches Amt mehr inne. Er mischte sich aber immer wieder in politische Diskussionen ein. Der Multimillionär galt als möglicher erneuter Kandidat der Republikaner, entschied sich aber gegen einen weiteren Anlauf. In der Folge positionierte sich Romney als Kritiker von Trump: „Seine Versprechen sind so wertlos wie ein Abschluss an der Trump University“, sagte er etwa Anfang 2016.

Von RND/cab/dpa

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