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Politik Drei Frauen verlassen Beirat der Gedenkstätte wegen „Amtsanmaßung“
Nachrichten Politik Drei Frauen verlassen Beirat der Gedenkstätte wegen „Amtsanmaßung“
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16:15 10.10.2018
Im August 2017 besuchte Kanzlerin Angela Merkel die Gedenkstätte. Der Streit um die Einrichtung und ihren Direktor Hubertus Knabe (rechts im Bild) findet derzeit kein Ende. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa
Berlin

Drei weibliche Mitglieder des Beirates der Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen – Heidi Bohley, Freya Klier und Barbara Zehnpfennig – beenden ihre Mitarbeit in dem Gremium. Anlass ist die Entlassung des Direktors Hubertus Knabe.

In einem Brief an den Stiftungsrat der Gedenkstätte, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt, machen die Frauen als Grund geltend, dass eine „kontroverse Diskussion“ des Falles Knabe durch den Beiratsvorsitzenden Dieter Dombrowski „aktiv unterbunden“ worden sei, weil er eine bereits einberufene Sitzung des Gremiums kurzfristig wieder abgesagt habe. Dabei ist wörtlich von „Amtsanmaßung“ die Rede.

Überhaupt hätten sie kein Vertrauen mehr zu Dombrowski, so die Frauen, „weil uns nicht klar ist, welche Interessen er vertritt“. So habe sich Dombrowski zuerst öffentlich für eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei ausgesprochen und anschließend mit dem linken Berliner Kultursenator Klaus Lederer „an der Entlassung des schärfsten Kritikers eines solchen Zusammengehens mitgewirkt“. Dies „erhöht in unseren Augen seine Glaubwürdigkeit nicht“.

Mitarbeiterinnen beklagten „strukturellen Sexismus“

Dombrowski ist für die CDU Vizepräsident des Landtages von Brandenburg; zugleich ist er Vorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG). Zudem gehört der CDU-Politiker dem Stiftungsrat an, der die Entlassung Knabes einstimmig beschloss.

Knabe war entlassen worden, weil sechs einstige Mitarbeiterinnen der Gedenkstätte jahrelangen „strukturellen Sexismus aus der Führungsetage“ beklagt hatten. Die Vorwürfe richten sich in der Hauptsache gegen den Vizedirektor Helmuth Frauendorfer, in Teilen aber auch gegen Knabe selbst. Die Betroffenen zeigten sich nun in einem weiteren Brief schockiert darüber, dass Politiker, Mitglieder des Stiftungsbeirates und Journalisten „das unangemessene und belästigende Verhalten von Vorgesetzten in der Gedenkstätte weiterhin ausblenden“. Dadurch würden die Verantwortlichen geschützt. Überdies werde die Gedenkstätte mit Knabe gleichgesetzt.

Von Markus Decker/RND

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