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Nachrichten Politik Holocaust-Leugnerin Haverbeck soll in den Bau
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21:38 11.10.2016
Unverbesserliche Nazisse: Ursula Haverbeck. Quelle: dpa
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Bad Oeynhausen

Nach dem Urteil gegen Haverbeck, das noch nicht rechtskräftig ist, kam es zu skandalösen Szenen im Gericht. Rund 50 Nazis ließen die unverbesserliche Greisin mit Blumen und Glückwünschen hochleben. Nach Zeugenangaben dauerte der Spuk rund zehn Minuten, ohne dass die Justiz eingeschritten sei.

Die 87-Jährige soll in mehreren Fällen den Holocaust geleugnet haben, unter anderem in einem Brief an den Zentralrat der Juden sowie auf einer von ihr verantworteten Internetseite (Az: 85 Ds 197/16). Eine Strafe könne nur dann zur Bewährung ausgesetzt werden, wenn eine Besserung des strafwürdigen Verhaltens zu erwarten sei, sagte die Gerichtssprecherin. Das sei bei der Angeklagten nicht zu erwarten, die in ihren Ausführungen vor Gericht den Holocaust weiterhin vehement leugnete.

Schon mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt

Die Rechtsextremistin hatte unter anderem in der ARD-Sendung „Panorama“ gesagt, der Holocaust sei „die größte und nachhaltigste Lüge der Geschichte“. Die betagte Holocaust-Leugnerin, die zusammen mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann das mittlerweile verbotene Collegium Humanum betrieben hatte, stand bereits mehrmals wegen Volksverhetzung vor Gericht. Erst im September war sie vom Amtsgericht Detmold zu einer achtmonatigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Im November des vergangenen Jahres wurde sie in Hamburg einer zehnmonatigen Haftstrafe verurteilt. Die Urteile sind jedoch nicht rechtskräftig, weil die Angeklagte Revision eingelegt hat. Ein weiteres Verfahren steht in Verden bei Bremen an.

Anlass für das vorherige Verfahren in Detmold war der Prozess gegen den früheren SS-Wachmann Reinhold Hanning, der am 17. Juni vom Landgericht Detmold wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden war. In einem Brief an den Detmolder Bürgermeister Rainer Heller (SPD) hatte Haverbeck behauptet, Auschwitz sei ein reines Arbeitslager und kein Vernichtungslager gewesen. Beim Auftakt des Detmolder Auschwitz-Prozesses war es im Februar zu einem Tumult gekommen, als die Holocaust-Leugnerin versuchte, in den Verhandlungssaal zu gelangen.

Von RND/epd

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