Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Humboldt-Universität kündigt Holm
Nachrichten Politik Humboldt-Universität kündigt Holm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:29 18.01.2017
Der Soziologe und ehemalige Berliner Staatssekretär Andrej Holm. Quelle: imago
Anzeige
Berlin

Das Arbeitsverhältnis an der Humboldt-Universität (HU) werde „ordentlich gekündigt“, sagte Präsidentin Sabine Kunst am Mittwoch unter lautstarkem Protest von Studenten. Holm war Stadtsoziologe und wissenschaftliche Mitarbeiter der Uni. Der 46-Jährige hatte in einem Personalfragebogen 2005 verneint, hauptamtlicher Stasi-Mitarbeiter gewesen zu sein. Inzwischen begründet er das mit Erinnerungslücken. Holm war am Montag nach wochenlanger Diskussion über den Umgang mit seiner Stasi-Vergangenheit als Staatssekretär zurückgetreten.

HU-Präsidentin Kunst sagte, Holms Entlassung sei ein „Verlust für die Humboldt-Universität, weil sie einen anerkannten Stadtsoziologen mit großem wissenschaftlichen Renommee verliert“. Die Kündigung beruhe ausdrücklich nicht auf Holms kurzer Tätigkeit für die Stasi in der Wendezeit. Vielmehr habe er zu verschleiern versucht, dass er Offiziersschüler war. „Dies ist arbeitsrechtlich eine arglistige Täuschung.“ Das Arbeitsverhältnis endet am 30. Juni.

Als Konsequenz aus dem wochenlangen Streit um Holm wollen die Koalitionäre in Berlins rot-rot-grüner Regierung künftig intensiver miteinander sprechen. SPD, Linke und Grüne hätten verabredet, „besser miteinander zu kommunizieren“ sagte Regierungschef Michael Müller (SPD) am Mittwoch nach einer Sitzung des Koalitionsausschusses. Ziel sei, Konflikte frühzeitig auszuräumen. „Das hätten wir besser machen sollen in der zurückliegenden Zeit.“

Ähnlich äußerten sich die Linken-Vorsitzende Katina Schubert und Grünen-Chefin Nina Stahr. „Wir müssen uns gegenseitig schneller und früher informieren“, erklärte Schubert. Stahr betonte: „Es ist wirklich Zeit für diese Stadt, dass wir endlich die inhaltliche Arbeit fortsetzen und vorantreiben, und das wollen wir jetzt tun.“

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wikileaks-Gründer Julian Assange hält sich nach der Begnadigung der Whistleblowerin Chelsea Manning den nächsten Schritt offen. Es sei noch zu früh zu sagen, ob er sich nun wie angekündigt in die USA ausliefern lasse, sagte Assanges schwedischer Anwalt Per Samuelson.

18.01.2017

Vor der Oberbürgermeisterwahl in Regensburg haben Bauunternehmen der Partei mehr als eine halbe Million Euro gespendet - mutmaßlich für Gegenleistungen. Nun wurde Rathauschef Joachim Wolbergs (SPD) verhaftet.

18.01.2017

Mit einer Rede in Dresden hat der AfD-Politiker Björn Höcke für Schlagzeilen gesorgt – das Holocaust-Gedenken der Deutschen sei eine „Schande“. SPD und Grüne kritisierten ihn dafür scharf.

18.01.2017
Anzeige