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Politik Hunderttausende protestieren gegen Südkoreas Präsidentin
Nachrichten Politik Hunderttausende protestieren gegen Südkoreas Präsidentin
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15:48 12.11.2016
ei einer der größten Massenproteste in Südkorea in den vergangenen Jahrzehnten haben Hunderttausende Menschen in Seoul den Rücktritt von Präsidentin Park Geun Hye gefordert. Quelle: AFP
Seoul

Die Menschen versammelten sich am Samstag in der Nähe des Präsidentenpalastes in der Innenstadt von Seoul. Die Polizei sprach zum Beginn der Demonstration von 190.000 Teilnehmern, die Veranstalter gingen von mehr als 500.000 aus. Hintergrund der Massenproteste ist unter anderem der Vorwurf gegen die konservative Staatschefin, einer langjährigen Freundin die Einmischung in Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben.

Wie schon bei den Straßenprotesten an den beiden Samstagen davor hielten die Teilnehmer Plakate mit dem Aufruf: „Park Geun Hye, tritt zurück!“. Nach Berichten des Rundfunksenders KBS waren auch Proteste gegen Park in mehr als 30 Städten in etwa zehn anderen Ländern geplant, darunter waren die USA und Deutschland.

Park entschuldigt sich öffentlich

Park steht seit Wochen wegen einer Korruptionsaffäre um eine langjährige Vertraute unter Druck. Die frühere Präsidentenberaterin Choi Soon Sil soll ihre Beziehungen zur Präsidentin dazu genutzt haben, um von südkoreanischen Unternehmen wie Samsung Spenden für ihre angeblich wohltätigen Stiftungen einzutreiben, aus denen sie sich dann persönlich bereichert haben soll.

Darüber hinaus wird Choi vorgeworfen, Einfluss auf die Regierungsarbeit von Park genommen zu haben. Die 60-Jährige sitzt mittlerweile wegen Verdachts auf Betrug und Machtmissbrauch in Haft. Zwei öffentliche Entschuldigungen Parks für die Korruptionsaffäre um ihre Vertraute Choi Soon Sil konnten die Südkoreaner bisher nicht beschwichtigen.

Oppositionelle Abgeordnete haben bislang direkte Aufforderungen zum Rücktritt der Präsidentin unterlassen. Sie scheinen mehr daran interessiert zu sein, ihr Zugeständnisse abzuringen.

25.000 Polizisten waren im Einsatz

Die Demonstration gegen Park war eine der größten regierungskritischen Kundgebungen in der südkoreanischen Hauptstadt seit den Demokratieprotesten in Südkorea Ende der 80er Jahre. An dem Protestmarsch beteiligten sich Studenten, Jugendliche und Kinder ebenso wie Arbeiter, Bauern und Rentner, aber auch katholische Nonnen und junge Paare mit Babys. Sie kamen mit Zügen und Bussen aus allen Landesteilen in die Hauptstadt.

25.000 Polizisten waren im Einsatz. Mit ihren Bussen und Lastwagen blockierte die Polizei sämtliche Straßen und Zugänge zum Blauen Haus, Amtssitz und Residenz der Präsidentin. Die Demonstranten, die eigentlich in einem Sternmarsch zum Blauen Haus ziehen wollten, kamen nur bis auf einen Kilometer heran. Schon vor einer Woche hatten zehntausende Demonstranten in Seoul Parks Rücktritt gefordert.

Von afp/dpa/RND

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