Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Hunderttausenden droht Hungersnot
Nachrichten Politik Hunderttausenden droht Hungersnot
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:17 12.04.2017
Die Welthungerhilfe verteilt im Bundesstaat Unity Bohnen und Linsen – doch die Hilfe reicht nicht aus. Quelle: dpa
Anzeige
Juba

Die Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen warnen vor einer Ausweitung der Hungersnot im Südsudan. Ohne einen raschen und massiven Hilfseinsatz der internationalen Gemeinschaft drohe sich die Hungersnot „auf weite Teile des Landes auszuweiten“, erklärte der Landesdirektor der Welthungerhilfe in Juba, Stefano Temporin. Der UN-Sondergesandte für den Südsudan, David Shearer, sagte, in der nordwestlichen Region Northern Bahr el Ghazal zum Beispiel sei die Lage bereits kritisch. „Ich wäre nicht überrascht, wenn für das Gebiet auch eine Hungersnot ausgerufen würde.“

Shearer forderte: „Wir müssen jetzt schnell handeln, um zu verhindern, dass die Lage noch viel schlimmer wird.“ Im Südsudan werden dieses Jahr UN-Angaben zufolge bis zu 5,5 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein, das ist etwa die Hälfte der Bevölkerung. In vielen Landesteilen essen die Menschen Helfern zufolge aus Verzweiflung bereits Seerosen, Wurzeln und sogar Blätter. Besonders kritisch ist die Zeit bis Juli-August, wenn die nächste Ernte verfügbar sein wird.

Vereinte Nationen rufen Hungersnot aus

Die UN haben Ende Februar für die Regionen Leer und Mayendit im Bundesstaat Unity eine Hungersnot ausgerufen - die erste weltweit seit 2011. Demnach sind 100.000 Menschen unmittelbar vom Hungertod bedroht, eine Million weitere stehen kurz davor. Zur Bekämpfung der Hungerkrise werden für dieses Jahr 1,6 Milliarden US-Dollar (1,5 Milliarden Euro) benötigt, bislang ist jedoch erst knapp ein Viertel zugesagt, 374 Millionen Dollar.

Die drastische Hungerkrise im Südsudan wurde von dem Bürgerkrieg in dem ostafrikanischen Land ausgelöst. Wegen der Kämpfe sind Millionen auf der Flucht, die Landwirtschaft ist vielerorts zum Erliegen gekommen. Zudem haben Helfer zum Beispiel zu den Hungersnot-Gebieten in Unity wegen anhaltender Kämpfe kaum Zugang.

„Waffenstillstand würde uns eine Pause geben“

„Es ist entscheidend, dass wir so viel Nahrungsmittel wie möglich zu den Menschen bringen“, forderte Shearer. Langfristig brauche es aber eine politische Lösung des Problems. „Ein Waffenstillstand würde uns eine Pause geben, um Verhandlungen aufzunehmen und den Friedensprozess wieder anzuleiern“, sagte Shearer. Dann könnten Helfer auch Zugang zu allen Gebieten bekommen.

Der Südsudan erlangte 2011 die Unabhängigkeit vom Sudan. Doch Ende 2013 brach in Folge eines Machtkampfes zwischen Präsident Salva Kiir und dessen damaligem Stellvertreter Riek Machar ein Bürgerkrieg aus. Der Konflikt hat auch zunehmend ethnische Hintergründe: Kiirs Gefolgsleute vom Volk der Dinka kämpfen gegen Machars Anhänger vom Stamm der Nuer. Zehntausende Menschen kamen seither ums Leben, rund 3,5 Millionen sind nach UN-Angaben auf der Flucht. 

Von RND/dpa

So schnell hat sich auf dem internationalen Parkett wohl kaum ein Neuling einen eindrucksvollen Ruf erarbeitet. Nikki Haley, bis vor wenigen Wochen noch Gouverneurin von South Carolina, ist das neue Gesicht Amerikas bei den Vereinten Nationen.

12.04.2017

Der Sprecher von US-Präsident Donald Trump, Sean Spicer, hat mit einem Satz über Adolf Hitler im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Giftgasanschlag in Syrien für Irritationen gesorgt. Er sagte: „Nicht einmal jemand so verabscheuungswürdiges wie Hitler ist so weit gesunken, chemische Waffen einzusetzen.“

11.04.2017
Politik Gewaltmonopol missachtet - AfD will Kirchen Rechte nehmen

Führende AfD-Vertreter wollen den Status der großen Kirchen in Deutschland abschaffen. Der niedersächsische Landesvorsitzende Armin-Paul Hampel beantragt einen Parteitagsbeschluss, nach dem der evangelischen und katholischen Kirche der Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts entzogen werden solle.

11.04.2017
Anzeige