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Politik IS-Werber löste Sog unter radikalen Wolfsburger Muslimen aus
Nachrichten Politik IS-Werber löste Sog unter radikalen Wolfsburger Muslimen aus
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17:05 04.08.2015
Die IS-Rückkehrer stehen vor Gericht, weil sie laut Anklage nach Syrien reisten und sich dort der Terrororganisation IS anschlossen. Quelle: Holger Hollemann
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Celle

B. berichtete in seinem Prozess vor dem Oberlandesgericht Celle, der Mann habe von einem neuen, gerechten Staat nur für Muslime erzählt, der Unterstützung brauche. Der Aufbruch erster radikalisierter Wolfsburger Muslime nach Syrien habe eine Sogwirkung auf andere der Gruppe ausgeübt, so dass immer mehr dorthin gereist seien. Manche hätten vom Dschihad, andere von humanitärer Hilfe gesprochen, sagte der 27-Jährige in seiner Vernehmung aus.

Bekannt gewesen sei, dass der aus Syrien gekommene Anwerber zunächst eine Al Kaida nahestehende Terrorgruppe unterstützt habe. Wegen seiner großen Kenntnis des Islams sei er "der wissende Bruder" genannt und von allen der Gruppe geliebt worden. "Jeder wollte sein bester Kumpel sein." Geschickt habe der Anwerber alle um den Finger gewickelt, sagte Ayoub B..

Die Bundesanwaltschaft wirft den beiden mutmaßlichen IS-Heimkehrern Ayoub B. und Ebrahim H. B. (26) die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Ayoub B. ist auch wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt, weil er an Kampftrainings teilgenommen und laut Anklage auch zur Waffe gegriffen haben soll. Ebrahim H. B. stand nach den Ermittlungen kurz davor, einen Selbstmordanschlag in Bagdad zu begehen.

"Ich würde lügen wenn ich sage, ich bin blind nach Syrien gegangen", sagte der 27-jährige Deutsch-Tunesier Ayoub B., dem es nach eigenen Angaben aber nicht um den bewaffneten Kampf sondern um das Studium des Islams ging. "Du wirst die Lichter der Türkei sehen, du kannst jederzeit zurück", sei ihm weiß gemacht worden. "Er hat nicht gesagt, dass Leute geköpft und versklavt werden und Muslime sich untereinander umbringen."

Die radikalen Umtriebe in Wolfsburg seien in der tunesischen Moschee, in deren Vorstand sein Vater sitze, schnell aufgefallen, sagte der Angeklagte. Der Prediger und einige andere, die einen radikalen Islam vertreten, hätten dort Hausverbot erhalten. Sein Vater habe ihn vor diesen Männer gewarnt und klar von Terroristen gesprochen. Die Gruppe traf sich daraufhin in der türkischen Moschee, wo man nicht verstand, was sie auf Arabisch besprachen.

dpa

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