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Politik IS reklamiert Anschlag auf Istanbuler Nachtclub für sich
Nachrichten Politik IS reklamiert Anschlag auf Istanbuler Nachtclub für sich
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20:20 02.01.2017
Dieses Bild von CCTV, zur Verfügung gestellt von der Habertürk-Zeitung, zeigt den Angreifer vor dem Reina Nachtclub in Istanbul. Quelle: imago
Istanbul

Am Montag bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in einem im Internet verbreiteten Schreiben zu dem Angriff auf den Istanbuler Nachtclub Reina. Die Echtheit des Bekennerschreibens ließ sich zunächst nicht überprüfen. Am Montage nahm die türkische Polizei acht Verdächtige fest. Sie stünden im Zusammenhang mit dem Angriff in der Silvesternacht, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Montag, ohne weitere Details zu nennen.

Bei dem Terrorangriff auf eine Silvesterfeier in dem bekannten Club waren 39 Menschen getötet worden, darunter mindestens 26 Ausländer. Unter den Opfern befinden sich wohl auch zwei Deutsche. Mehr dazu lesen Sie hier.

Die meisten der getöteten Ausländer stammten aus arabischen Ländern. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, 69 Menschen seien zudem verletzt worden, auch unter ihnen seien mehrere Ausländer. Ob auch Deutsche unter den Verletzten sind, ist laut Auswärtigem Amt nicht bekannt. Das Ministerium bemühe sich mit Hochdruck um Aufklärung und stehe dazu in engem Kontakt mit den türkischen Behörden, hieß es.

Verbindung zu Selbstmordanschlag im Juni 2016 vermutet

Nach dem Anschlag waren die türkischen Behörden bereits von einer Verbindung zur Terrormiliz ausgegangen. Die Zeitung „Hürriyet“ berichtete am Montag ohne Angaben von Quellen, es gebe Vermutungen, wonach der flüchtige Attentäter aus Kirgistan oder Usbekistan stamme und etwas mit dem IS zu tun habe.

Bei einem Angriff auf einen der größten Nachtclubs im Zentrum Istanbuls sind in der Silvesternacht nach offiziellen Angaben mindestens 39 Menschen getötet worden.

Die Ermittler schließen dem Bericht zufolge nicht aus, dass der Mann mit der mutmaßlichen IS-Zelle zusammenhängt, die im vergangenen Juni den dreifachen Selbstmordanschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen mit 47 Toten verübt haben soll.

Gab es vorher eine Warnung?

Der Zeitung zufolge hatten Polizei und Geheimdienste in der Türkei vor Silvester Informationen über möglicherweise zum Jahreswechsel bevorstehende Anschläge in verschiedenen Städten erhalten. Im Dezember habe es in diesem Zusammenhang Razzien und Festnahmen gegeben. Am 30. Dezember sei dann eine Geheimdienstwarnung aus den USA über die Gefahr von IS-Anschlägen in Istanbul oder Ankara am kommenden Tag eingegangen.

Die türkische Armee ist seit vier Monaten im Norden Syriens an einer Offensive gegen die IS-Miliz und kurdische Kämpfer beteiligt. Istanbul, Ankara und andere türkische Städte waren im vergangenen Jahr das Ziel von Anschlägen, die dem IS oder bewaffneten kurdischen Gruppen zugeschrieben wurden. Dabei kamen hunderte Menschen ums Leben.

Attentäter weiter auf der Flucht

Der Attentäter von Istanbul hatte laut türkischen Behörden früh am Neujahrstag zunächst einen Polizisten und einen Zivilisten erschossen, dann tötete er wahllos Partygäste im Club „Reina“. In dem auf der europäischen Seite von Istanbul gelegenen Club mit mehreren Restaurants und Tanzflächen hielten sich zur Silvesterfeier bis zu 800 Menschen auf. Der Schütze konnte flüchten. Die türkischen Sicherheitsbehörden fahnden mit einem Großaufgebot nach dem Täter.

Mehr dazu in Kürze

Von RND/dpa

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