Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Islamist beim Verfassungsschutz enttarnt
Nachrichten Politik Islamist beim Verfassungsschutz enttarnt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:24 29.11.2016
Die Zentrage des Bundesamts für Verfassungsschutz soll im Visier von Islamisten gewesen sein. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) ist offenbar von einem islamistischen Maulwurf unterwandert worden. Der Mann soll in Deutschland einen Sprengstoffanschlag geplant haben. Am Dienstagabend wurde bekannt, dass das BfV den Späher in den eigenen Reihen enttarnt hat.

Festnahme bestätigt

Er habe sich im Internet unter einem falschen Profilnamen islamistisch geäußert und Dienstgeheimnisse der Verfassungsschützer verraten, sagte ein Behördensprecher dem „Spiegel“ und der „Welt“. Demnach wollte der Verdächtige einen Anschlag auf die Zentrale des BfV im Kölner Stadtteil Chorweiler verüben.

Der Sprecher des Bundesamtes bestätigte zunächst die Festnahme des Mannes, nicht aber die vermeintlichen Terrorpläne. Bisher gebe es keine Belege für eine konkrete Gefahr für die Behörde und deren Mitarbeiter, hieß es. Der Festgenommene – ein 51 Jahre alter Deutscher – hat sich laut „Welt“ in einer Vernehmung zu dem Anschlagsplan bekannt. Es sei „im Sinne Allahs“, einen solchen Angriff zu verüben.

Anschlag geplant

Offenbar hatte der Mann aber noch nicht mit den konkreten Anschlagsvorbereitungen begonnen. Der Verdächtige sei Bankangestellter und Familienvater und erst vor einigen Monaten als Quereinsteiger vom Verfassungsschutz eingestellt worden, um die islamistische Szene hierzulande zu observieren.

Dabei hat er sich nach Auskunft der Behörde im Bewerbungsverfahren, während der Ausbildung und in seinem Einsatzbereich unauffällig benommen. Zugleich habe er allerdings akribisch Dienstgeheimnisse zusammengetragen, in seinem Besitz fanden die Ermittler Speichermedien mit entsprechenden Informationen.

Dateien zu Einsätzen des Verfassungsschutzes weitergegeben

Von besonderem Interesse sollen Dateien zu Einsätzen und Einsatzorten des Verfassungsschutzes gewesen sein. Diese gab der Mann im Internet unter falschem Benutzernamen an einen Chatpartner weiter. Laut „Spiegel“ gab er sich dabei als Mitarbeiter des BfV offen zu erkennen und bot an, gleichgesinnte Islamisten in die Behörde einzuschleusen und einen Anschlag gegen die „Ungläubigen“ zu verüben.

Allerdings handelte es sich bei dem Chatpartner des „Maulwurfs“ ebenfalls um einen Mitarbeiter des Verfassungsschutzes, so dass die Sache aufflog und Ermittlungen eingeleitet wurden. Der Beschuldigte sitzt nach seinem Teilgeständnis in Untersuchungshaft.

Die Ermittler sind ihm vor vier Wochen auf die Spur gekommen. Nach Informationen der „Welt“, die sich auf Sicherheitskreise beruft, gilt der Mann als psychisch angegriffen. Selbst seine Familie soll von dessen Konvertierung zum Islam erst jetzt erfahren haben, obwohl diese bereits vor zwei Jahren telefonisch erfolgt sei. Unbestätigten Meldungen zufolge leistete er seinen Treueeid gegenüber einem salafistischen Prediger und heutigen IS-Kämpfer aus Berlin.

Von RND/Ulrich Steinkohl/Christoph Stephan

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Deutschland darf nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg Asylbewerber nicht nach Ungarn abschieben. Ihnen drohe dort eine unmenschliche und erniedrigende Behandlung, begründete das Gericht die Entscheidung.

29.11.2016

In einem aktuellen TV-Porträt zeigte sich SPD-Chef Sigmar Gabriel als Vizekanzler, Familienmenschen – und möglichen Kanzlerkandidaten. Nur Frau Anke steht nicht als Kanzlergattin zur Verfügung.

29.11.2016

Nach monatelangen Diskussionen hat das niederländische Abgeordnetenhaus ein Burka-Verbot beschlossen. Ganzkörperschleier und Gesichtsschleier dürften in öffentlichen Gebäuden nicht mehr getragen werden. Wann das Gesetz greift, ist noch unklar.

29.11.2016
Anzeige