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Politik „Islamistischer Terror“: Erdogan düpiert Merkel
Nachrichten Politik „Islamistischer Terror“: Erdogan düpiert Merkel
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17:50 02.02.2017
Kluge Wortwahl? Merkels Formulierung „islamistischer Terror“ stieß Präsident Erdogan bitter auf. Quelle: AP
Ankara

Was für ein beschämender Moment für Bundeskanzlerin Angela Merkel: Als sie beim Staatsbesuch in der Türkei das Thema „islamistischer Terror“ im Zusammenhang mit der Terrormiliz Islamischer Staat aufgreift, grätscht ihr Präsident Erdogan vehement dazwischen, mit deutlichem Missfallen belehrt das türkische Staatsoberhaupt die Kanzlerin darüber, dass die Begriffe Islam und Terror nicht in einem Atemzug genannt werden dürften.

Anders als im deutschen Sprachgebrauch gibt es im Türkischen keine Unterscheidung zwischen „islamisch“ und „islamistisch“, was eine radikale Ideologie beschreibt. Dies führte zum Merkel-Fauxpas.

Auf den Online-Portalen sämtlicher türkischer Medien war der sprachliche Fauxpas-Merkels das Aufreger-Thema am Rande des Staatsbesuchs: „Terror und Islam, das schließt sich aus“, wird Erdogan etwa auf hurriyet.com.tr zitiert. Auch die türkische Tageszeitung „sabah“, eine der auflagenstärksten des Landes, stürzte sich auf das Thema, titelte: „Feinkorrektur an Merkel“ und zitiert Erdogan: „In dem Moment als sie ’islamistischer Terror’ sagte, musste ich das sofort korrigieren.“ In die gleiche Kerbe schlägt auch das Massenblatt „Milliyet“, titelt ebenfalls mit einem Zitat des Staatspräsidenten: "Der Ausdruck islamistischer Terror kann so nicht hingenommen werden.“

Erdogan betonte in diesem Zusammenhang erneut, dass das Wort Islam gleichbedeutend mit Frieden sei. Angesichts zunehmender Ressentiments gegenüber Muslimen, auch in Deutschland, sei es wichtig da einen feinen Unterschied zu machen.

Von RND/caro

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