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Politik Japan gedenkt der Toten von Pearl Harbor
Nachrichten Politik Japan gedenkt der Toten von Pearl Harbor
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10:42 27.12.2016
Der japanische Premierminister Shinzo Abe gedenkt an einem Mahnmal in Honolulu den Toten. Quelle: afp
Pearl Harbor

Vor einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama in Pearl Harbor ist der japanische Premierminister Shinzo Abe auf Hawaii eingetroffen. „Der Schrecken des Krieges sollte sich niemals wiederholen“, sagte Abe vor seiner Abreise in Tokio.

Der japanische Regierungschef und der US-Präsident wollen gemeinsam der Opfer des japanischen Angriffes auf die US-Pazifikflotte in Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 gedenken. Damals waren 2400 US-Amerikaner ums Leben gekommen. Der Angriff hatte zum Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg geführt.

Entschuldigung wird ausgeschlossen

Die beiden Staatsmänner wollten sich am Dienstag zu Gesprächen treffen, bevor sie das Denkmal des in Pearl Harbor versenkten Kriegsschiffes USS Arizona besuchen. Abe ist bereits der dritte japanische Regierungschef, der Pearl Harbor besucht.

Eine Entschuldigung Abes für den ohne Kriegserklärung ausgeführten Angriff wird nicht erwartet. Regierungssprecher Yoshihide Suga hatte bereits vor der Reise betont, dass Abe an dem historischen Ort lediglich der Toten gedenken werde. Die Reise gilt als Reaktion auf die Hiroshima-Reise von Obama im Mai. Die japanische Stadt war 1945 durch eine Atombombe der Amerikaner weitgehend zerstört worden. Obama war von Abe begleitet worden. Für den Abwurf der Bombe hatte sich Obama nicht entschuldigt.

Die Feindschaft zwischen Japan und den Vereinigten Staaten ist indes überwunden. Sie gelten inzwischen als enge Verbündete in der Pazifik-Region, die durch Interessen Chinas und die Provokationen Nordkoreas vor Herausforderungen steht. 

Der japanische Angriff auf Pearl Harbor

  • Der 7. Dezember 1941 war einer der schwärzesten Tage der amerikanischen Geschichte. In den frühen Morgenstunden verwandelten rund 360 japanische Kampfbomber die Hawaii-Insel Oahu ohne vorherige Kriegserklärung in ein Inferno. Im US-Flottenstützpunkt Pearl Harbor lagen fast 100 Schiffe vor Anker, darunter acht große Schlachtschiffe.
  • Bei dem rund zweistündigen Angriff der japanischen Luftwaffe, die von Flugzeugträgern nördlich von Hawaii in zwei Wellen gestartet war, wurden 21 Schiffe der US-Pazifikflotte versenkt oder beschädigt. Die Japaner zerstörten außerdem 188 Flugzeuge.
  • 2400 US-Amerikaner starben. Allein bei der Explosion des Schlachtschiffes „USS Arizona“ verloren mehr als 1000 Soldaten an Bord ihr Leben. Die Verluste auf japanischer Seite waren vergleichsweise gering.
  • Der Angriff auf Pearl Harbor gilt als eine der größten militärischen Niederlagen der USA. Die Amerikaner waren darauf nicht vorbereitet, weil sie Attacken auf ihre Stützpunkte auf den Philippinen für wahrscheinlicher gehalten hatten.
  • Die Katastrophe gilt auch als ein entscheidendes Ereignis des Zweiten Weltkriegs. Schon am Tag nach der japanischen Attacke entschied US-Präsident Franklin D. Roosevelt endgültig, in den Zweiten Weltkrieg einzutreten, was in der Öffentlichkeit zuvor lange umstritten war.

Von dpa/RND/zys

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