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05:00 23.03.2018
„Eine gut funktionierende, modern aufgestellte Bahn für Deutschland wichtiger denn je.“ Quelle: dpa
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Berlin

Etwas Eisregen, dazu Minusgrade und Schnee genügen schon, damit Stillstand herrscht auf der Schiene. So geschehen am vergangenen Wochenende in Leipzig. Oder zuletzt das Orkan-Chaos, als Reisende vergeblich auf Informationen hofften, ob und wann sie wieder mit dem Zug nach Hause können. Hinzu kommen die chronischen Verspätungen, die der Konzern nicht in den Griff bekommt.

Es sind Probleme wie diese, die das öffentliche Bild des Konzerns leider immer noch viel zu oft bestimmen. Dabei ist eine gut funktionierende, modern aufgestellte Bahn für Deutschland wichtiger denn je. Das System erweist sich als kaum noch beherrschbar. Das Netz ist überaltert, bis zum Quietschen beansprucht. Dass unter diesen Bedingungen Fahrgastrekorde überhaupt noch zu erreichen sind, mag verwundern. Es zeigt aber, dass unverändert ein großes Bedürfnis nach nachhaltiger Mobilität besteht.

Was wir jetzt erleben, sind die Spätfolgen einer falschen Bahnpolitik der Vergangenheit. Die einseitige Fixierung auf den Börsengang zu Zeiten von Hartmut Mehdorn und die unter dessen Nachfolger Rüdiger Grube nicht konsequent genug vollzogene Konzentration auf das „Brot- und Butter-Geschäft“ gehören dazu. Notwendige Investitionen in die Digitalisierung und den notwendigen Ausbau des Netzes und der Zugflotte sind erst viel zu spät angeschoben worden.

Die Politik muss dafür sorgen, dass sich solche Fehler nicht wiederholen können. Es ist gut, dass der Bund Eigentümer der Bahn geblieben ist. Diese Rolle erfordert aber auch die Übernahme von Verantwortung für ein leistungsfähiges Netz. Das ist in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden. Man hat den Konzern viel zu sehr sich selbst überlassen, ohne eine klare Richtung vorzugeben.

Union und SPD haben sich vorgenommen, rasch ein Klimaschutzgesetz zu formulieren, und zwar mit konkreten Zielen zur Emissionsminderung auch bei der Mobilität. Das geht allerdings nur, wenn die GroKo mehr Bahn wagt und gemeinsam mit der Konzernführung für die notwendigen Investitionen sorgt.

Die Potenziale für eine solche Verkehrswende sind erheblich. Alle Prognosen deuten darauf hin, dass das Fahrgast- und Güteraufkommen in den nächsten Jahrzehnten dramatisch zunehmen wird. Es ist Zeit für einen massiven Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, ergänzt durch Leihräder und Car to go. Der Güterverkehr auf der Schiene muss konsequent ausgebaut werden. Auch im Fernverkehr ist einiges notwendig. Nach dem Pannen-Start im Dezember mausert sich die neue Schnellstrecke zwischen München und Berlin zur Erfolgsgeschichte: Die Bahn kann dem Flugzeug im Inland den Rang ablaufen. Sie muss die Chance nur nutzen.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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