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Politik Johnson will Militäreinsatz in Syrien verstärken
Nachrichten Politik Johnson will Militäreinsatz in Syrien verstärken
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21:15 13.10.2016
Der britische Außenminister Boris Johnson will mehr Dynamik in die militärischen Operationen seines Landes in Syrien bringen. Quelle: DPA
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London

Vor einem Parlamentsausschuss sagte Johnson, es müsse „über dynamischere militärische Optionen nachgedacht“ werden. Allerdings gelte es „realistisch zu bleiben“, denn „ohne eine Koalition, ohne die Amerikaner“ lasse sich nichts erreichen.

Johnson beklagte, dass in der syrischen Großstadt Aleppo „weiter gestorben“ werde. Die Bombardierung des von islamistischen Rebellen gehaltenen Ostteils der Stadt durch die syrische und russische Luftwaffe bezeichnete er als „abscheuliches Verbrechen gegen die Menschheit“.

„Russlandfeindliche Hysterie“

Die russische Regierung hat dem britischen Außenminister unterdessen „russlandfeindliche Hysterie“ vorgeworfen. Diese Hysterie werde „regelmäßig von bestimmten Teilen des britischen Establishments genährt“ und könne „nicht länger ernst genommen werden“, erklärte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Er bezog sich auf Johnsons Aufruf zu Demonstrationen gegen die russische Beteiligung am Syrien-Krieg vor der russischen Botschaft in London.

Das britische Parlament hatte 2013 Luftangriffe der Royal Air Force gegen die syrischen Truppen von Staatschef Baschar al-Assad abgelehnt. Im Dezember 2015 wurden die britischen Luftattacken gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Irak mit Zustimmung des Parlaments auf Syrien ausgeweitet. Johnson sagte, seit 2013 habe sich „die Stimmung des Parlaments entwickelt“. Der „Diskussionsprozess mit den Russen“ sei - auch nach Meinung des US-Außenministers John Kerry – „am Ende des Weges angekommen“.

May will „sehr vorsichtig abwägen“

Kerry und der russische Außenminister Sergej Lawrow treffen am Samstag in Lausanne in der Schweiz zu Gesprächen über Syrien zusammen, zu denen auch die Außenminister der Türkei, Saudi-Arabiens und Katars erwartet werden. Ein weiteres Treffen zwischen Kerry und seinen europäischen Kollegen ist für Sonntag in London vorgesehen.

Die Sprecherin der britischen Premierministerin sagte, Theresa May werde jede militärische oder andere Option zur Beilegung des Konflikts in Syrien „sehr vorsichtig abwägen“. Derzeit gebe es „keinerlei Änderung in der Position der Regierung“. 

Von RND/afp

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