Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Junge Union teilt süffisant Seitenhiebe aus
Nachrichten Politik Junge Union teilt süffisant Seitenhiebe aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:46 08.10.2018
Bundeskanzlerin Angela Merkel (l-r) kommt zum Deutschlandtag der Jungen Union (JU), hinter ihr Tobias Loose, Landesvorsitzender JU Schleswig-Holstein, und Paul Ziemiak, Bundesvorsitzender der Jungen Union Deutschland (JU). Quelle: Carsten Rehder/dpa
Berlin

Seit 1947 ist der Deutschlandtag der Jungen Union jährlicher Anlass für den christlich-demokratischen Nachwuchs, Bilanz zu ziehen. Sowohl was die eigene Arbeit als auch die der Parteikollegen von der CDU betrifft. Die Mittel: Fragen, Debatten, Plakate, Zwischenrufe – und Songs.

Wer beim Deutschlandtag spricht, bekommt, wie ein Boxer vor dem Kampf, sein eigene Einlaufmusik. Mit dem Unterschied, dass er sich die nicht selbst ausgesucht hat. Seit zwölf Jahren begrüße die Junge Union ihre „Gäste und Ehrengäste angemessen auf diese Weise“, heißt es auf Nachfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) bei einem Sprecher der Jungen Union.

Angemessen erschien den jungen Veranstaltern in diesem Jahr für Bundeskanzlerin Angela Merkel „Don’t stop believin‘“, ein Song der Band Journey aus den 80ern, der mit den Worten beginnt: „Just a small town girl / livin‘ in a lonely world“, es geht demnach um ein Mädchen vom Dorf, das in einer Welt voller Einsamkeit lebt. Im Jahr zuvor klang ihr Einzug noch stärker in die Zukunft gerichtet, da sangen die Fantastischen Vier: „Du hattest gute Zeiten, wir waren mit dabei / Wir werden dich begleiten, wir bleiben troy“.

Jens Spahn, beim Deutschlandtag in Kiel erneut mit großer Begeisterung empfangener Redner, bekam „Endboss“ von Marteria: „Ich spring’ von Level zu Level zu Level / Spring’ von Level zu Level zu Level zu Level / Bis der Endboss kommt“. Ob Bundesgesundheitsminister Spahn aus Sicht seiner jungen Parteikollegen selbst der „Endboss“ sein könnte? Das will die JU nicht kommentieren.

Applausometer und Buzzerspiel als spielerische Elemente

Und auch wenn die Einlaufmusik zu den Deutschlandtagen schon Tradition geworden ist – nichts muss für immer bleiben. Spielerische Elemente habe es auf jeder Tagung gegeben, so ein Sprecher der Jungen Union gegenüber dem RND. 2015 zum Beispiel ein Applausometer, das die Reden direkt vom Publikum bewerten ließ. Im Jahr darauf ein Buzzerspiel in Quizshowmanier. Jeder Deutschlandtag werde neu konzipiert und auf die Situation und Wünsche der jungen Christdemokraten hin gestaltet.

In Kiel gab es in diesem Jahr eine regelrechte Hymne. Die kam von Peter Fox, lautet „Alles neu“ und wurde abgespielt, als der neue Vorsitzende der Unionsbundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, die Bühne betrat: „Die Welt mit Staub bedeckt, doch ich will seh‘n, wo’s hingeht / Steig auf den Berg aus Dreck, weil oben frischer Wind weht / Hey, alles glänzt so schön neu“. Der Songtext – eine Ode an einen Politiker, der es gewagt hat, den Vertrauten von Angela Merkel, Volker Kauder, zu stürzen und den Fraktionsvorsitz zu übernehmen.

Ihr eigenes Lied hat die Junge Union im Übrigen auch. „JU-Lied“ heißt es schlicht, geschrieben hat es der Berliner Hobbymusiker Dietrich Rudorff im Wahlkampf für die JU Tempelhof-Schöneberg im Jahr 2009. Der Refrain geht so: „Wir sind Deutschlands Nummer Eins / für Freiheit und Gerechtigkeit. / Die JU wird immer sein. / Komm mit und sei auch du dabei.“ Gespielt wurde es auf dem Deutschlandtag noch nie.

Von Kathi Flau/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Erde wird wärmer, aber was bedeutet das konkret? Der Meteorologe Gunther Seckmeyer hat im Interview schlechte Aussichten für den Norden Deutschlands.

08.10.2018

Die Erhöhung des Pflege-Beitragssatzes um ganze 0,5 Prozentpunkte ab 2019 bringt 7,6 Milliarden Euro mehr ins System. Das klingt nach einem großen Wurf. Doch der Eindruck trügt, kommentiert Rasmus Buchsteiner.

08.10.2018

Der Jesuitenpater Ansgar Wucherpfennig hatte sich in einem Interview mit der „Frankfurter Neuen Presse“ zu Homosexualität und Frauen in der Kirche geäußert. Dem Vatikan waren die Ansichten des Rektors einer katholischen Hochschule in Frankfurt zu liberal. Nun soll er sein Amt abgeben.

08.10.2018