Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Krankenversicherten drohen höhere Beiträge

Gesundheit Krankenversicherten drohen höhere Beiträge

Nach Jahren mit Überschüssen wird das Geld bei den Krankenkassen knapper. Nun zeichnet sich ein deutliches Defizit ab - und damit höhere Beiträge. Und die Reformen der Regierung bringen weitere Belastungen, sagen die Kassen.

Voriger Artikel
Merkel will Vermietern überbelegter Häuser Druck machen
Nächster Artikel
Dublin-Prüfung für syrische Flüchtlinge ausgesetzt

Laut einer «Handelsblatt»-Umfrage schaut es düster aus bei den gesetzlichen Krankenkassen. Im ersten Halbjahr 2015 lag das Defizit demnach bei fast einer halben Milliarde Euro.

Quelle: Robert Schlesinger

Berlin. Die gesetzlich Krankenversicherten müssen im kommenden Jahr mit höheren Beiträgen rechnen, weil die Defizite der Kassen deutlich zunehmen.

"Zum Jahreswechsel ist ein Anstieg des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes um 0,2 bis 0,3 Beitragssatzpunkte realistisch", sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes Florian Lanz am Dienstag in Berlin. Die SPD will angesichts dieser Entwicklung wieder zur paritätischen Finanzierung durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber zurückkehren.

Nach Jahren mit Überschüssen und Prämienzahlungen an ihre Mitglieder fuhren die Krankenkassen laut "Handelsblatt" (Dienstag) im ersten Halbjahr ein Defizit von fast einer halben Milliarde Euro ein. Die Innungskrankenkassen lagen bei einem Minus von 118 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen bei 100 Millionen, die Ersatzkassen bei 191 Millionen Euro. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) hatten ein Defizit von 110 Millionen Euro.

Der GKV-Spitzenverband begründet diese Entwicklung damit, dass der bis Ende vergangenen Jahres geltende Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent etlichen Kassen mehr Geld einbrachte, als sie tatsächlich an Ausgaben hatten. So konnten sie zum Teil Prämien auszahlen. Hinzu kommen Mehrausgaben vor allem für Arzneimittel und Kliniken.

Ende 2014 verfügte die Gesetzliche Krankenversicherung noch über ein Finanzpolster von mehr als 28 Milliarden Euro. Die Reserve des Gesundheitsfonds belief sich auf 12,5 Milliarden, die der Kassen auf 15,5 Milliarden Euro.

Der Beitragssatz zur Krankenversicherung setzt sich seit Jahresbeginn zusammen aus einem allgemeinen, festen Bestandteil von 14,6 Prozent, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte bezahlen, sowie einem Zusatzbeitrag. Diesen bestimmen die Kassen nach Finanzlage regelmäßig neu. Er wird allein von den Arbeitnehmern getragen.

Für das laufende Jahr wird mit einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 0,9 Prozentpunkten gerechnet. Manche Kassen liegen unter diesem Durchschnittswert, manche leicht darüber. Stiege der Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel um durchschnittlich 0,3 Prozentpunkte, wäre das bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3000 Euro eine Mehrbelastung für den Arbeitnehmer von 9 Euro.

Der für Gesundheitspolitik zuständige SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach unterstrich, die Arbeitnehmer könnten die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen nicht allein tragen. Er wies - ähnlich wie Lanz - darauf hin, dass die Reformen der großen Koalition von Union und SPD Mehrkosten bedeuteten, etwa für die Krankenpflege, für eine bessere Versorgung der ländlichen Regionen mit Ärzten oder für Kliniken.

Das Ministerium erklärte, es gebe keinen Anlass, den Beratungen des Schätzerkreises durch Spekulationen vorzugreifen. Das Gremium trete im Oktober zusammen, um seine Einnahmen und Ausgaben-Prognose für das Folgejahr vorzunehmen. Die Ergebnisse werden im November vorliegen. Die "Bild"-Zeitung zitierte indessen aus einer Unterrichtung des Bundestages durch das Finanzministerium, in der "eine Steigerung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags bei der Gesetzlichen Krankenversicherung" nicht mehr völlig ausgeschlossen scheint.

Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink erklärte: "Bis 2017 werden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Zusatzbeiträgen von 1,4 bis 2 Prozent rechnen müssen." Durch das Einfrieren des Arbeitgeberanteils bei 7,3 Prozent müssten nun allein die Versicherten die stetig steigenden Kosten schultern.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • In Bewegung
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2017 wieder schöne Fotos

    Die Sparkasse Leipzig sucht für ihren Kalender 2017 die 12 besten Motive aus hunderten Einsendungen. Die Entscheidung fällt in einem Voting. Hier k... mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr