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Limburgs Ex-Bischof droht Schadenersatzforderung

Kirche Limburgs Ex-Bischof droht Schadenersatzforderung

Die aus dem Ruder gelaufenen Kosten für den neuen Bischofssitz in Limburg könnten für Ex-Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst teuer werden. Bistum und Vatikan stehen seit längerem wegen eines möglichen Schadenersatzes in Kontakt, nun wartet die Diözese auf eine Entscheidung aus Rom.

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Kommt Hilfe von oben? Franz-Peter Tebartz-van Elst, dem früheren Bischof von Limburg, drohen hohe Schadenersatzforderungen.

Quelle: Boris Roessler/Archiv

Limburg. Wegen des Finanzskandals um die neue Residenz und Kritik an seinem Führungsstil hatte Tebartz-van Elst im März 2014 sein Amt als Bischof verloren. Im Dezember ernannte ihn Papst Franziskus zum Delegaten im Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung. Die Behörde der römischen Kurie, also der Verwaltung des Vatikans, ist für Verkündung des Evangeliums in Ländern zuständig, in denen die Unterstützung für die Kirche trotz starker Verwurzelung des Glaubens schwindet.

Grundsätzlich sei bei Rechtsakten gegen einen Bischof der Heilige Stuhl zuständig, erläuterte der Sprecher der Diözese Limburg, Stephan Schnelle, am Donnerstag mit Blick auf möglichen Schadenersatz. "Ob und in welcher Höhe und auf welchem Wege Forderungen gegen Tebartz-van Elst oder andere Verantwortliche der damaligen Bistumsleitung erhoben werden, liegt beim Vatikan."

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung hat der derzeitige Leiter des Bistums, Manfred Grothe, im Vatikan mehrfach die Forderung nach materieller Wiedergutmachung im Zusammenhang mit der Kostenexplosion am neuen Bischofssitz vorgebracht. "Jetzt muss der Papst entscheiden", sagte er der Zeitung. Bereits im April hatte die Diözese mitgeteilt, dazu Gespräche mit Rom zu führen.

Damals wurde auch bekannt, dass das Bistum durch das Bauprojekt 3,9 Millionen Euro verloren habe. Diese Summe musste demnach der Bischöfliche Stuhl, der den größten Teil der Baukosten von rund 31 Millionen Euro schulterte, wegen nachträglicher Umbauten, vergeblicher Planungen oder zu hoher Honorare abschreiben. "Daraus lässt sich jedoch nicht schließen, dass ein Schaden in eben dieser Höhe entstanden ist", erklärte das Bistum.

Sprecher Schnelle betonte, dass Grothe den früheren Bischof nicht beim Vatikan angezeigt habe. Grothe habe vielmehr, zuletzt im April, kirchenrechtliche Fragestellungen und die Frage nach einer materiellen Wiedergutmachung vorgebracht. Im Herbst sei ein weiteres Treffen zu dem Thema geplant. Papstsprecher Federico Lombardi wollte den Fall am Donnerstag nicht kommentieren und verwies auf die Stellungnahmen des Limburger Sprechers.

Schnelle zufolge ist Rom auch über die Jahresabschlüsse der Diözese informiert. Nach den Zahlen von 2014 verfügt das Bistum über ein Vermögen von 967 Millionen Euro. Der Bischöfliche Stuhl besitzt demnach (Stand 2013) zwar rund 92,5 Millionen Euro. Allerdings belastet der neue Bischofssitz dessen Haushalt: Er weist ein Defizit von 1,4 Millionen Euro aus.

dpa

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