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Politik Das schmutzige TV-Duell der Kandidaten
Nachrichten Politik Das schmutzige TV-Duell der Kandidaten
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14:19 11.10.2016
Beim zweiten TV-Duell müssen sich Donald Trump und Hillary Clinton den Fragen von Bürgern stellen.  Quelle: AFP
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St. Louis

Donald Trump beklagte sich häufig darüber, nicht genügend Redezeit von den Moderatoren Martha Raddatz (ABC) und Anderson Cooper (CNN) erhalten zu haben. In der Endabrechnung sprach er allerdings eine knappe Minute länger als Clinton. Zu Beginn der Debatte schwächte Trump sein frauenverachtendes Geschwätz als Gespräch unter Jungs ab, entschuldigte sich aber nicht wirklich. Stattdessen versuchte er, ungeheuerliche (und bereits juristisch widerlegte) Attacken gegen Bill Clinton zu reiten, unter anderem den, er habe eine Frau sexuell missbraucht und Hillary habe als Verteidigerin eines 12-Jährigen Vergewaltigungsopfers ihre Mandantin verhöhnt. 

Hillary Clinton ging auf diese Schlammschlacht nicht ein, punktete immer da, wo es um Fakten ging. Allerdings fing sich Trump zwischenzeitlich wieder, etwa, wenn es um ihre Rolle in der Email-Affäre ging. Dabei kam es allerdings auch zum absoluten Tiefpunkt, nämlich Trumps Drohung, Clinton im Falle eines Wahlsiegs wegen der Email-Affäre mit einem Sonderstaatsanwalt zu verfolgen und ins Gefängnis zu werfen. Das hat es in einer Debatte noch nicht gegeben.

Eines wurde allerdings klar, immer dann, wenn es um analytisches Wissen ging und nicht nur um auswendig gelernte Fakten: Trump hat keinerlei tiefergehendes Wissen über Außenpolitik. Er widersprach sogar offen seinem Vize in Sachen Syrien. Ob das klug war, bleibt abzuwarten, denn Mike Pence hatte Trump in der Sextape-Affäre gerade noch den Rücken gestärkt.

Trumps Basis wird mit seinem Auftritt zufrieden sein, aber damit hat Trump seinen freien Fall nur verlangsamt, nicht gestoppt. Ob er bei Frauen, Afroamerikanern und Latinos gepunktet hat, bleibt zu bezweifeln. Und Hillary Clinton? Sie landete einen Punktsieg, allerdings war sie von einem Knock-out weit entfernt. Doch ein knapper Sieg war es allemal, Trumps Radio- und TV-Sextapes werden weiter Gegenstand der öffentlichen Debatte bleiben, und Clinton dürfte es reichen, nicht verloren zu haben im Duell der schmutzigen Schläge.

Lesen Sie das Duell in unserem Live-Ticker nach

Von RND/Daniel Killy

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