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Politik London und Moskau liefern sich Schlagabtausch
Nachrichten Politik London und Moskau liefern sich Schlagabtausch
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11:07 06.04.2018
Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrats zum Fall Skripal. Quelle: AP
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London/Moskau

Russland und Großbritannien haben sich im UN-Sicherheitsrat einen heftigen Schlagabtausch angesichts der Giftattacke auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter in Großbritannien geliefert. „Wir haben unseren britischen Kollegen gesagt, dass sie mit dem Feuer spielen und das noch bereuen werden“, sagte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja bei einer Sitzung des Gremiums am Donnerstag in New York, die auf Bitten seines Landes kurzfristig einberufen worden war.

Nebensja warf Großbritannien „dreckige Spiele“ vor. „Diese ganze zweifelhafte Sache ist eine Erfindung oder eine Provokation der übelsten Sorte.“ Russland habe mit der Vergiftung der Skripals nichts zu tun, es gehe nur darum, „unsere politische Legitimität grundsätzlich in Frage zu stellen“.

„Wir haben nichts zu verstecken“

Die britische UN-Botschafterin Karen Pierce wies das zurück. Das Ganze sei „Teil eines größeren Musters von unverantwortlichem Verhalten Russlands“, sagte Pierce. „Wir haben nichts zu verstecken, aber ich fürchte, dass Russland etwas zu befürchten haben könnte.“

Der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck (SPD), sieht angesichts des schwelenden Konflikts den Frieden in Europa in Gefahr. „Wir treiben auf einen gefährlichen Tiefpunkt zu. Die militärische Gefahr hat sich deutlich verschärft, die Lage ist explosiver als zu Zeiten des Kalten Krieges“, sagte der frühere brandenburgische Ministerpräsident der „Märkischen Allgemeinen“ (Freitag). „Es geht um den Frieden in Europa.“

Beziehungen zu Russland verschlechtern sich

Platzeck zeigte sich überzeugt, dass weitere Sanktionen gegen Russland zu keinem Erfolg führten. „Das Gegenteil ist der Fall. Seit 2014 gibt es dramatische Verschlechterungen im politischen, militärischen und wirtschaftlichen Bereich.“ Dazu komme, dass die Stimmung im russischen Volk zunehmend kippe. „Deutschland war mal Sehnsuchtsland für die Russen. Viele wenden sich wegen der einseitigen Schuldzuweisungen auch im Fall Skripal jetzt aber ab. Die Völker entfremden sich. Das halte ich für besonders schlimm, weil sehr viel auf sehr lange Zeit kaputt geht.“

Der frühere russische Doppelspion Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury gefunden worden. Sie sollen mit dem in der ehemaligen Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden sein.

Julia Skripal hatte sich am Donnerstag erstmals nach der Giftattacke öffentlich zu Wort gemeldet, aber keine Details zur Tat genannt. „Ich bin vor über einer Woche aufgewacht und bin glücklich sagen zu können, dass es mir von Tag zu Tag besser geht“, sagte die 33-Jährige einer von Scotland Yard verbreiteten Mitteilung zufolge. Sie dankte den vielen Menschen, die zu ihrer Genesung beigetragen hätten.

Von RND/dpa

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