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Politik Macron: „Wir dürfen nicht warten“
Nachrichten Politik Macron: „Wir dürfen nicht warten“
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15:16 10.05.2018
Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Quelle: AP
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Aachen

Macron sei ein junger, dynamischer Politiker, der Beigeisterungsfähigkeit für Europa verkörpere, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrer Laudatio im Krönungssaal des Aachener Rathauses. „Europa braucht und lebt von Leidenschaft.“

„Wir sind gemeinsam mit Frankreich überzeugt, dass wir einen neuen Aufbruch in Europa brauchen“, betonte Merkel. Europa müsse sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Sie unterstütze Macron in seinen Forderungen nach europäischen Universitäten, einer gemeinsamen Asyl- und Migrationspolitik sowie Innovationen und Investitionen im Bereich der Digitalisierung.

Der Preisträger unterstrich, dass die Politik jetzt handeln müsse. „Wir dürfen nicht warten“, sagte Macron. „Nationalisten, Demagogen und Ängste äußern sich klar.“ Wer Europa wolle, müsse sich ebenso klar äußern. Es brauche eine gemeinsame Vision für die nächsten 30 Jahre. Danach könnten alle gemeinsam auch kleine Schritte zu diesem Ziel gehen, betonte er.

„Nur Schweigen ist nicht akzeptabel“

Der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) bezeichnete Macron als den „derzeit größten Impulsgeber des heutigen Europa“. Er habe das Preisdirektorium mit seiner Geschwindigkeit und der inhaltlichen Tiefe seiner Ideen sehr beeindruckt. Es liege nun an allen Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union, Ideen für die Zukunft zu entwickeln, auch wenn diese sehr unterschiedlich seien. „Nur Schweigen ist nicht akzeptabel, denn das ist unser gemeinsames Europa“, betonte Philipp.

Der undotierte Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als wichtigste Auszeichnung für Verdienste um die europäische Einigung. Der Ehrenpreis wurde 1950 erstmals verliehen. Im vergangenen Jahr erhielt der britische Historiker Timothy Garton Ash die Auszeichnung. Er war mit weiteren früheren Preisträgern wie etwa Martin Schulz (SPD) ebenfalls bei der Preisverleihung dabei. Auch zahlreiche Staats- und Regierungschefs nahmen teil, unter ihnen der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko und der spanische König Felipe. Am Nachmittag wollte Macron mit Aachener Studenten über die Bedeutung von Bildung und Wissenschaft diskutieren.

Von RND/epd

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