Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Mediziner vorsichtig optimistisch: Wieder mehr Organspenden
Nachrichten Politik Mediziner vorsichtig optimistisch: Wieder mehr Organspenden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:39 16.05.2015
In Deutschland warten fast 11 000 Schwerkranke auf ein Spenderorgan, die meisten auf eine neue Niere. Quelle: Daniel Maurer/Archiv
Anzeige
München

Dies berichtete der Präsident der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG), Professor Björn Nashan, zum Abschluss des 132. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie in München.

Nach Zahlen der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) gab es 2012 bundesweit 1046 Organspenden. 2013 waren es nur noch 876, im vergangenen Jahr 864 - jeweils ohne Lebendspenden.

Jetzt gibt es laut Nashan erstmals wieder eine positive Tendenz. Im ersten Quartal des laufenden Jahres registrierte die DSO demnach 242 Organspenden, im gleichen Vorjahres-Zeitraum waren es nur 204.

Nach und nach werde bei den Transplantationsskandalen verloren gegangenes Vertrauen zurückgewonnen, sagte Nashan, der die Transplantationsabteilung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf leitet. Eine Rolle spiele mehr Transparenz und die Einbindung weiterer Ärztegruppen, etwa der Intensivmediziner, bei der Entscheidung über die Organentnahme.

Schon seit einem Jahr entwickeln die Deutschen wieder eine zunehmend positive Haltung. Das zeige sich in steigenden Anrufen von Spende-interessierten Menschen beim Info-Telefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutschen Stiftung Organtransplantation. "Besonders wichtig ist es uns, zu sehen, dass die Bevölkerung wieder Vertrauen in das System fasst und damit auch eine Anerkennung der eingeleiteten Aufarbeitungsprozesse signalisiert", sagte Nashan.

Unter anderem hat die Bundesärztekammer die Richtlinien zur Feststellung des Hirntodes verschärft. Künftig soll einer der beiden Ärzte, die den Hirntod feststellen, Facharzt für Neurologie oder Neurochirurgie sein, sich also mit Nerven, Gehirn und Rückenmark auskennen. Das Gesundheitsministerium bestätigte am Donnerstag, dass die überarbeiteten Richtlinien genehmigt wurden. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

In Deutschland warten fast 11 000 Schwerkranke auf ein Spenderorgan, die meisten auf eine neue Niere. Für die Vermittlung der Organe ist die Stiftung Eurotransplant mit Sitz in den Niederlanden zuständig. Der Patient muss auf der Warteliste eines Transplantationszentrums stehen. Berichte über Manipulationen bei diesen Wartelisten und bei der Verteilung der Spenderorgane, aber auch Bedenken mit Blick auf die Feststellung des Hirntodes hatten für Verunsicherung und einen Rückgang der Spendenbereitschaft gesorgt.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei linksextremen Mai-Demonstration ist es in Hamburg und Berlin zu Zwischenfällen und kleineren Ausschreitungen gekommen. Vor allem in der Hansestadt gab es Zusammenstöße mit der Polizei.

16.05.2015

Zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus hat Bundespräsident Joachim Gauck eine Wiedergutmachung für deutsche Kriegsverbrechen in Griechenland angeregt.

16.05.2015

Ex-Pegida Sprecherin Kathrin Oertel hat sich auf ihrer Facebook-Seite bei allen Migranten und besonders den Muslimen entschuldigt. Die meisten lebten friedlich in Deutschland, "und das vergessen einfach total viele", erklärt sie in der Videobotschaft, über die "Spiegel Online" berichtete.

16.05.2015
Anzeige