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Politik Mehr Tote an US-mexikanischer Grenze
Nachrichten Politik Mehr Tote an US-mexikanischer Grenze
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13:25 06.08.2017
Ein in den 1990er Jahren aufgestelltes Schild warnt an der US-Grenze zu Mexiko vor Personen auf der Fahrbahn. Damals schnellte die Anzahl der illegalen Einwanderer in die Höhe. Quelle: AP
Mexiko-Stadt

Die Zahl der an der mexikanisch-amerikanischen Grenze gestorbenen Migranten ist in den ersten sieben Monaten der Präsidentschaft von Donald Trump um 17 Prozent gestiegen. Zwischen Januar und Juli seien insgesamt 232 Todesfälle registriert worden, teilte die Internationale Migrationsorganisation (IOM) mit. Im Vorjahreszeitraum waren es 204 Tote. Trump hatte eine Verschärfung der Grenzsicherung angekündigt, um Migranten fernzuhalten. Eine von ihm vorgeschlagene Grenzmauer ist bisher aber nicht finanzierbar.

Die Grenze ist bereits stark gesichert, aber beim Versuch, in den USA ein besseres Leben zu beginnen und illegalen Grenzübertritten sterben immer wieder Menschen. Dem Bericht zufolge war die Todeszahl mit 50 Toten im Juli am höchsten. 15 Leichen wurden dabei in der heißen Wüste Arizonas entdeckt. Vor zwei Wochen fand die Polizei zudem zehn Leichen geflüchteter Menschen in Texas in einem Lastwagen.

Trump setzt auf rigorose Abschiebepraxis

Die Zahl der von Grenzpatrouillen erfassten Migranten ging um fast die Hälfte auf 140.024 zurück. Vor allem aus den von viel Gewalt erschütterten Ländern Mittelamerikas versuchen Migranten über Mexiko in die USA zu kommen. 65 Prozent der an Grenzen in Nord- und Lateinamerika gestorbenen Menschen kommen an der rund 3200 Kilometer langen Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko um.

Trump setzt neben einer stärkeren Sicherung der Grenze auf eine rigorose Abschiebepraxis. Die Geldsummen, die mexikanische Migranten an Familien in ihrer Heimat überweisen, erreichte zuletzt einen Rekordwert. Laut der Zentralbank wurden 13,95 Milliarden US-Dollar (11,85 Mrd Euro) in den ersten sechs Monaten nach Mexiko überwiesen. Das kann laut Experten damit zusammenhängen, dass aus Sorge, Geld nicht rechtzeitig in die Heimat transferiert zu bekommen, die Überweisungen zunehmen. In den USA leben rund 11 Millionen Einwanderer aus Mexiko, davon nach Schätzungen rund 5,6 Millionen ohne Aufenthaltsstatus.

Von RND/dpa