Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Mehr Wohngeld für Geringverdiener
Nachrichten Politik Mehr Wohngeld für Geringverdiener
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:25 02.07.2015
Bundesbauministerin Barbara Hendricks. Quelle: Gregor Fischer/Archiv
Anzeige
Berlin

"Damit greifen wir den Menschen ein Stück weit unter die Arme, deren Einkommen nicht so hoch sind. Wir sorgen dafür, dass auch für sie Wohnen bezahlbar bleibt", sagte Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD), aus deren Ressort die Reform stammt.

Zuletzt wurde das Wohngeld 2009 geändert. "In dieser Zeit sind die Mieten in vielen Regionen deutlich gestiegen", sagte Hendricks. Nach Angaben der Bundesregierung wird das Wohngeld um durchschnittlich 39 Prozent angehoben. Für einen Zwei-Personen-Haushalt steige es von durchschnittlich 115 Euro monatlich im Jahr 2013 auf durchschnittlich 186 Euro, kündigte Hendricks an. Außerdem soll es künftig alle zwei Jahre überprüft und an die Entwicklung der Einkommen, Warmmieten und Nebenkosten angepasst werden.

Der Opposition kommt die Erhöhung zu spät. "Es wird nur aufgeholt, was seit sieben Jahren schon abgespart worden ist", sagte die Sprecherin für Wohnungspolitik der Linksfraktion, Heidrun Bluhm. Die Erhöhung sei Augenwischerei. "Den Anspruch der vollen Wahlfreiheit bezüglich der eigenen Wohnung kann diese Novelle aus meiner Sicht in keiner Weise darstellen."

Den Grünen zufolge wurde mit der Reform eine Chance für den Klimaschutz vertan. "Hier liegt ein Instrument vor, wie man es für sozial schwache Mieterinnen und Mieter ermöglichen kann, dass sie in gut sanierten Wohnungen leben", sagte Christian Kühn, Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik der Grünen. Dass dieses Instrument nicht angewandt, aber überprüft werden solle, sei eine Farce.

Der Mieterbund begrüßt die Wohngelderhöhung. "Sie war längst überfällig", teilte der Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten, mit. Er kündigte an, der Deutsche Mieterbund werde Mieterinnen und Mieter jetzt umfassend über ihre Rechte rund um das Wohngeld informieren.

Wohngeld wird von Bund und Ländern je zur Hälfte gezahlt. Der Bundesrat muss dem Gesetz deshalb noch zustimmen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Bundestag will künftig geschäftsmäßige Sterbehilfe von Vereinen oder Einzelpersonen verbieten. Was aber als Beihilfe zur Selbsttötung erlaubt sein soll, ist strittig.

02.07.2015

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat die geplante teilweise Verschärfung des Asylrechts verteidigt. "Das Bleiberechtsgesetz, das wir heute verabschieden, hat zwei Botschaften: eine einladende und eine abweisende", sagte de Maizière im ARD-"Morgenmagazin".

02.07.2015

Welche Sorgen und Hoffnungen haben die Rentner, Lehrer und Studenten in Griechenland, während die Mächtigen Europas über die Zukunft ihres Landes entscheiden? Unsere Reporterin Marina Kormbaki ist eine Woche vor Ort und berichtet jeden Tag aus dem Alltagskrimi. Heute: Krisenspeise der Griechen - Nudeln mit Tomatensoße...
 

03.07.2015
Anzeige