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Mehr als 170 Tote in Aleppo seit Zusammenbruch der Waffenruhe

Lage angespannt Mehr als 170 Tote in Aleppo seit Zusammenbruch der Waffenruhe

Kein Wasser, keine Hilfsgüter: Die belagerten Rebellenteile von Aleppo sind nach dem Zusammenbruch der Waffenruhe das Ziel nicht endender Gewalt. Warum ist die Rückkehr zur Feuerpause so schwierig?

Seit Zusammenbruch der Waffenruhe in Syrien ist die Versorgung weiter angespannt. Bewohner verbrennen Plastik, um Treibstoff zu gewinnen. (Archivbild)

Quelle: dpa

Damaskus. In der umkämpften syrischen Stadt Aleppo sind seit Ende der Waffenruhe mehr als 170 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien auch 26 Kinder, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Am Samstag erschütterten massive Luftangriffe der syrischen Armee und ihrer Verbündeten den dritten Tag in Folge den von Rebellen gehaltenen Ostteil der Stadt. Dort harren noch mehr als 250 000 Menschen unter widrigsten Umständen aus.

Eine zwischen Russland und den USA vereinbarte Waffenruhe hatte nicht einmal eine Woche lang gehalten. Die schweren Bombardements bedeuten nach den Worten von UN-Syrienvermittler Staffan de Mistura «eine Rückkehr zum offenen Konflikt». Aus seiner Sicht sei es die schlimmste humanitäre Tragödie seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte de Mistura dem arabischen Sender «Al-Dschasira».

Syriens Machthaber Baschar al-Assad hatte vor Wiederaufnahme der Luftangriffe auf Aleppo am Donnerstag eine Bodenoffensive angekündigt, um die Stadt vollständig zurückzuerobern.

Raketen seien am Samstag auf mindestens 13 Bezirke im heftig umkämpften Ostteil niedergegangen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Mindestens 25 Menschen seien dabei gestorben. Die Rettungshelfer der Weißhelme berichteten von mehr als der doppelten Zahl und Hunderten Verletzten.

Ein Aktivist sagte, Artilleriefeuer und international geächtete Fassbomben würden die Rettungsmaßnahmen für die unter den Trümmern verschütteten Menschen erschweren. Im Umland Aleppos rückten Regimetruppen nach Gefechten gegen die Aufständischen vor.

Für Hunderttausende Menschen in der gesamten Stadt gibt es laut Unicef nach dem Angriff auf ein Pumpwerk und der Abschaltung einer weiteren Einrichtung kein fließendes Wasser.

Der Frust nach dem vorläufigen Scheitern der diplomatischen Bemühungen in New York war auch UN-Vermittler de Mistura anzumerken: «Ich bin nun 46 Jahre bei den UN, 19 Kriege inklusive Afghanistan und den Balkan, was kompliziert genug war. Ich habe niemals so viele Parteien mit so vielen unterschiedlichen Agendas gesehen wie in diesem Konflikt», sagte er Al-Dschasira.

«Was als friedlicher Aufstand begann und sich dann zu einer gewaltsamen Unterdrückung wendete und danach zu einer Militarisierung sowohl des Aufstandes als auch der Unterdrückung, wurde ein regionaler Stellvertreterkrieg und danach ein konkurrierender internationaler Einsatz. Das ist das größte Problem in diesem Konflikt», sagte er.

dpa

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