Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Mutmaßlicher Islamist wegen Anschlagsplan in Hessen angeklagt
Nachrichten Politik Mutmaßlicher Islamist wegen Anschlagsplan in Hessen angeklagt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:06 28.10.2015
Spurensicherung: Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei hatte hier zwei Personen festgenommen, die vermutlich einen Terroranschlag geplant hatten. Quelle: Boris Roessler/Archiv
Frankfurt/Main

Wegen der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags auf eine Großveranstaltung hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt Anklage gegen einen mutmaßlichen Islamisten erhoben.

Der 35-Jährige und seine Frau waren vor einem halben Jahr in Oberursel bei Frankfurt festgenommen worden. In ihrem Keller fanden die Beamten eine fertige Rohrbombe, Waffen, Munition und Chemikalien, die zur Herstellung von Sprengstoff geeignet sind. Gegen die gleichaltrige Frau wurden die Ermittlungen eingestellt.

Das traditionelle Radrennen "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" am 1. Mai war nach der Festnahme wenige Stunden vor dem Start abgesagt worden. Dass der beschuldigte Deutsche mit türkischen Wurzeln einen Anschlag auf diese Sportveranstaltung geplant hat, bestätigten die Ermittlungen "nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit", wie es in der Mitteilung der Frankfurter Staatsanwaltschaft vom Mittwoch heißt.

Dem 35-Jährigen wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Verstoß gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz sowie Urkundenfälschung vorgeworfen. Er soll seit längerem Kontakte in die radikal-islamistische Szene pflegen.

Das Paar war aufgefallen, als es am 30. März in einem Frankfurter Baumarkt drei Liter Wasserstoffperoxid kaufte, ein möglicher Baustein für einen Sprengkörper. Dabei gaben sie falsche Personalien an.

Die im Keller gefundene Rohrbombe war unter anderem mit Nägeln und Stahlkugeln gefüllt und mit einer Zündschnur versehen. Nach den Feststellungen der Staatsanwaltschaft soll der 35-Jährige fest entschlossen gewesen sein, damit aus dschihadistische Motiven bei einer Großveranstaltung einen Anschlag auf Menschen in Deutschland zu verüben. Die Waffen und die Chemikalien dienten wohl ebenfalls diesem Zweck. Als Dschihadisten werden sogenannte Gotteskrieger bezeichnet wie beispielsweise die Terroristen des Islamischen Staats (IS).

Der Beschuldigte sitzt seit der Festnahme in Untersuchungshaft, bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Seine Frau, eine Türkin, war Anfang Juli aus der U-Haft entlassen worden. Sie hatte ausgesagt, von den im Keller gelagerten Waffen und gefährlichen Gegenständen nichts gewusst und das Wasserstoffperoxid zur Schimmelbekämpfung gekauft zu haben. Diese Aussagen konnten die Ermittler nicht widerlegen. Das Paar hat zwei kleine Kinder.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Studium liegt im Trend, die Anzahl der Erstsemester ist zuletzt sprunghaft gestiegen. Eine neue Studie zeigt nun auch die Kehrseite der Medaille.

28.10.2015

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat eine Zustimmung zum transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP von mehr Transparenz bei den Verhandlungen abhängig gemacht.

28.10.2015

Die Union setzt ihren Abwärtstrend in der Wählergunst fort. In dem heute veröffentlichten "stern-RTL-Wahltrend" kommen CDU/CSU auf 36 Prozent. Das sind zwei Punkte weniger als vor einer Woche und 5,5 Punkte weniger als bei der Bundestagswahl 2013 - der schlechteste Wert bei dieser Umfrage seit drei Jahren.

28.10.2015