Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Nach Auto-Attacke nimmt Polizei Verdächtigen fest
Nachrichten Politik Nach Auto-Attacke nimmt Polizei Verdächtigen fest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:38 09.08.2017
Französische Sicherheitsbehörden konnten den Verdächtigen auf der Autobahn in Richtung Calais stoppen. Quelle: AP
Anzeige
Paris

Nach dem Angriff mit einem PKW auf Soldaten nahe Paris haben die Behörden den mutmaßlichen Täter gefasst. Polizisten stoppten den Wagen des Verdächtigen nach einer Verfolgungsjagd auf einer Autobahn Richtung Calais. Der Fahrer wurde durch Polizeischüsse verletzt.

Bei dem Festgenommenen handle es sich mutmaßlich um den Täter, berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise. „Er war im gesuchten Auto und hat versucht zu fliehen.“ Die Identität des Mannes müsse aber noch zweifelsfrei geklärt werden. Auch müsse geprüft werden, ob tatsächlich er die Soldaten angefahren habe.

Zwei Soldaten wurden ins Krankenhaus gebracht

Am Mittwochmorgen war ein Fahrzeug im Pariser Vorort Levallois-Perret in eine Gruppe Soldaten gefahren und hatte sechs Militärs verletzt. Der Fahrer floh zunächst, die Polizei löste daraufhin eine Fahndung aus. Nähere Angaben zum Ablauf des Vorfalls in Levallois-Perret oder zu Hintergründen der Tat konnte die Sprecherin zunächst nicht machen. Zwei Soldaten wurden laut Polizei ins Krankenhaus gebracht, sie seien nicht in Lebensgefahr.

Die Soldaten gehören zur Anti-Terror-Operation Sentinelle, die in vielen französischen Städten patrouilliert. Hinweise auf das Motiv des Fahrers sind bislang nicht bekannt. Die für Terror-Fälle zuständige Pariser Staatsanwaltschaft habe den Fall bislang nicht an sich gezogen, hieß es am Vormittag aus Justizkreisen.

„Das ist eine abscheuliche Aggression.“

Der Bürgermeister von Levallois-Perret, Patrick Balkany, geht von einem „vorsätzlichen Akt“ aus. Das Fahrzeug habe sich zuvor auf der Straße positioniert, sagte er dem Sender BFMTV: Der Fahrer habe augenscheinlich darauf gewartet, dass die Soldaten zu ihrem Fahrzeug gehen, und sei dann auf sie zugerast. „Das ist eine abscheuliche Aggression.“

Verteidigungsministerin Florence Parly sprach in einer Mitteilung von einem „feigen Akt“. Die laufende Untersuchung müsse die Absichten des Täters klären.

Französische Sicherheitskräfte zuletzt verstärkt im Visier

Französische Sicherheitskräfte waren schon mehrfach Ziel von Anschlägen, im April wurde ein Polizist auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées erschossen. Anfang des Jahres ging ein Mann mit Macheten auf eine Militärpatrouille im Louvre-Museum los, er wurde überwältigt. Im März erschossen Soldaten einen Angreifer im Pariser Flughafen Orly.

Am vergangenen Wochenende wurde ein Mann mit einem Messer am Eiffelturm festgenommen, der in einer Vernehmung sagte, er habe einen Anschlag auf einen Soldaten geplant. Er wurde inzwischen in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen.

Innenminister Gérard Collomb kündigte an, gemeinsam mit Verteidigungsministerin Florence Parly die verletzten Soldaten zu besuchen. Die Operation Sentinelle begann nach dem islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ im Januar 2015. 7000 bis 10 000 Soldaten sind dafür in Frankreich im Einsatz. Bei Terroranschlägen in Frankreich wurden seit Anfang 2015 fast 240 Menschen ermordet.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sigmar Gabriel ist am Dienstagabend zu einer zweitägigen Afrika-Reise aufgebrochen. Im Mittelpunkt des Besuchs in den zentralafrikanischen Staaten Uganda und Südsudan steht die Flüchtlingspolitik.

09.08.2017

Auch wenn sich in Sachen Gleichberechtigung mit der „Ehe für alle“ politisch einiges getan hat, nimmt der Hass auf Schwule, Lesben und Transgender in Deutschland weiter zu. Das belegen Zahlen des Innenministeriums.

09.08.2017

Der Élysée-Palast hat Pläne zurückgezogen, die Brigitte Macron die Privilegien einer „First Lady“ einräumen wollten. Der Grund: 280.000 Menschen hatten dagegen protestiert.

09.08.2017
Anzeige