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Nach Krawallen Polizeischutz für Flüchtlingsunterkunft

Migration Nach Krawallen Polizeischutz für Flüchtlingsunterkunft

Schon wieder hässliche Szenen bei der Ankunft von Flüchtlingen in Sachsen. Nach Freital, Dresden und Heidenau braucht es auch vor einem Notquartier in Bischofswerda mehr als Polizeischutz.

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Aggressive Stimmung: In Bischofswerda ist die Polizei nachts im Dauereinsatz.

Quelle: Rico Löb

Bischofswerda/Görlitz. Pöbeleien und Gewalt: Nach rechten Protesten an zwei Abenden in Folge wird nun die Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Bischofswerda besonders geschützt.

Die Polizei bildete am Samstag einen Kontrollbereich um die Erstaufnahmeeinrichtung. Im Umkreis von etwa 100 Metern können damit Personen ohne zusätzlichen Grund überprüft, Platzverweise ausgesprochen und Aufenthaltsverbote erteilt werden.

So solle "potenziellen Störern der Wind aus den Segeln genommen werden", sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU), der das Verhalten der Pöbler verurteilte. "Es ist beschämend, wie sich Einzelne gegenüber Schutzsuchenden benehmen." Die Anordnung gilt zunächst für gut zwei Wochen bis zum 5. Oktober.

Rechte Krawallmacher hatten Freitagabend - wie schon in der Nacht davor - vor der Halle demonstriert, so dass Busse mit Asylbewerbern nur unter Polizeischutz auf das Areal gelangten. Bis zu 100 teils alkoholisierte Rechte und Gaffer belagerten die Zufahrt, skandierten ausländerfeindliche Parolen und warfen eine Flasche gegen einen ankommenden Bus mit Asylbewerbern.

Die Versammlung löste sich erst um Mitternacht auf, bis zum Morgen blieb es dann ruhig. Derzeit sind nach Angaben der Landesdirektion 410 Flüchtlinge in dem Gebäude untergebracht, das Kapazität für rund 500 hat. Die Polizei musste an beiden Abenden mit einem Großaufgebot die Lage vor der Unterkunft beruhigen. Es gab weder Verletzte noch Festnahmen. Es wird wegen Sachbeschädigung sowie gegen zwei 18 und 34 Jahre alte Männer ermittelt, die den Hitlergruß zeigten.

dpa

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