Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Nach Teilräumung: Tausende demonstrieren erneut im Hambacher Forst
Nachrichten Politik Nach Teilräumung: Tausende demonstrieren erneut im Hambacher Forst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:17 30.09.2018
Teilnehmer sitzen vor dem Protestspaziergang gegen die Rodung des Hambacher Forsts auf einem Feld. Quelle: Caroline Seidel/dpa
Kerpen

Die Polizei ist bei der Räumung des Hambacher Forsts vorangekommen, sieht sich aber noch nicht am Ziel. 77 Baumhäuser seien bis Samstagabend geräumt und entfernt worden, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag in Aachen. Wann genau die Räumung abgeschlossen sein werde, könne aber noch nicht gesagt werden - es sei durchaus möglich, dass noch bisher unentdeckte Hütten gefunden würden. „Das kann noch dauern.“

Der Energiekonzern RWE will einen Großteil des Waldes roden lassen, um einen Tagebau zu erweitern. Nach Auffassung des Konzerns ist das zwingend notwendig für die Sicherung der Stromproduktion in Braunkohlekraftwerken. Umweltschützer betonen hingegen die Bedeutung des 12.000 Jahre alten Waldes für den Klimaschutz und die Artenvielfalt.

10.000 Menschen protestieren erneut gegen die RWE-Rodung

Ursprünglich war die Polizei von 50 bis 60 Baumhäusern ausgegangen. Nun vermuten die Beamten, dass Aktivisten neue Hütten in den Bäumen bauen und damit die Zahl der Hindernisse für die Ordnungskräfte hochschrauben. Von Aktivisten war zu hören, dass es in dem Forst noch immer besetzte Baumhäuser gebe.

Zu einer Anti-Rodungs-Protestkundgebung kamen am Sonntag nach Angaben der Veranstalter mehr als 10.000 Menschen - für sie stand ein Waldspaziergang auf dem Programm.

Auch der Grünen Fraktionschef Anton Hofreiter nahm an dem Protestlauf teil.

Von der Polizei gab es zunächst keine Teilnehmerzahlen. Da die Beamten mit der Protestveranstaltung beschäftigt waren, fuhren sie ihre Räumungsarbeiten am Sonntag vorerst herunter.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach fünf Tagen an Bord des Rettungsschiffes „Aquarius 2“ können 58 Migranten nun aufatmen: Die Hilfsorganisation SOS Méditerranée hat sie an die maltesische Küstenwache übergeben. Und das auf hoher See, da die Seenotretter nicht in Malta anlegen durften.

30.09.2018

Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht will mehr tun für abgehängte Regionen, und das in ganz Deutschland. „Ein reines Ostprogramm wäre ein Fehler“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Es gehe viel mehr darum, dass der Staat seine Aufgaben flächendeckend wieder wahrnehme.

30.09.2018

Grünen-Politiker Cem Özdemir zieht nach dem Erdogan-Besuch eine kritische Bilanz. Angesichts der „jede Art von Höflichkeit und Respekt sprengenden Aktivitäten Erdogans“ fordert er nun ein deutliches Stoppsignal. Auch die Türkische Gemeinde in Deutschland findet klare Worte zum Staatsbesuch.

30.09.2018