Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Nahles will grundlegend flexiblere Arbeitswelt

Arbeit Nahles will grundlegend flexiblere Arbeitswelt

Eine Arbeitswelt mit Homeoffice, mehr Freiheiten, aber auch Schutz - für Ministerin Nahles ist es das nächste Großprojekt. Sie kündigt konkrete Vorschläge an. Ob es vor der Bundestagswahl 2017 auch noch für Gesetze reicht, ist offen.

Voriger Artikel
Wissing zum Vorsitzenden neuer FDP-Fraktion in Mainz gewählt
Nächster Artikel
Studie: Frauen haben mehr Krankheitstage als Männer

Der Vollzeit-Einsatz am festen  Arbeitsplatz hat ihrer Ansicht nach für viele ausgedient: Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles.

Quelle: Michael Kappeler/Archiv

Berlin. Arbeitnehmer in Deutschland sollen nach dem Willen von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) künftig weitaus flexibler als bisher arbeiten können.

Der Vollzeit-Einsatz am festen  Arbeitsplatz hat ihrer Ansicht nach für viele ausgedient, wie Nahles bei einer Veranstaltung zur Zukunft der Arbeit in Berlin deutlich machte.

"Die Technik bietet inzwischen immer mehr Möglichkeiten, zeitlich und räumlich flexibel zu arbeiten." Viele wären laut Nahles gerne häufiger im Homeoffice tätig. Dabei herrsche in vielen Betrieben  Anwesenheitskultur, kritisierte sie. Nahles kündigte ein  "Wahlarbeitszeit"-Modell mit verschiedenen Bausteinen an.

Als Beispiel für flexiblere Arbeitsorganisation führte Nahles einen Malerbetrieb an: Über eine App könnten die Handwerker hier ihre einzelnen Einsätze online buchen. "Die App zeigt an, welche Arbeiten gerade geleistet werden und dokumentiert die Arbeitszeit." Die Arbeitszeit könne so freier gestaltet werden. Nahles kündigte an, bis Spätsommer einen "Arbeitszeitdialog" mit Wirtschaft, Gewerkschaften und Kirchen führen zu wollen. 

Zudem solle der Wechsel von Teilzeit etwa zur Kindererziehung zurück in den Vollzeitjob erleichtert werden. Dazu plane die Koalition ein Recht auf Rückkehr in die frühere Arbeitszeit.

Nahles sprach sich zudem mittelfristig für ein Recht auf Weiterbildung aus. "In der digitalen Wirtschaft sind alle darauf angewiesen, dass auch jenseits des konkreten Bedarfs weitergebildet wird", sagte sie. Betriebe, Betroffene und Gesellschaft müssten dies gemeinsam finanzieren. 

Gestärkt werden müsse die Absicherung der Selbstständigen im Alter, forderte Nahles. Betroffene mahnte sie, nicht einfach auf die Grundsicherung zu vertrauen: "Das wird alles nachher verrechnet, hier haben viele völlig falsche Vorstellungen, wie das nachher läuft." Möglich sei die Öffnung der gesetzlichen Rentenversicherung für Kleinselbstständige oder die Bildung eines berufsständischen Versorgungswerks.

Heute sind viele Arbeitnehmer mit der eigenen Arbeitssituation unzufrieden, wie aus einer vom Arbeitsressort geförderten Studie hervorgeht. Nur für knapp ein Fünftel der Befragten entspricht die eigene Arbeitssituation demnach in etwa dem persönlichen Idealbild von Arbeit. 45 Prozent der Befragten sehen die eigene Lage weit davon entfernt. In den Augen der Befragten hat sich die Arbeitswelt seit den 90er Jahren vom Ideal entfernt.

Konkrete Vorschläge zur Gestaltung der Arbeitswelt will Nahles in diesem Jahr in einem Weißbuch unter dem Motto "Arbeit 4.0" zusammenfassen. Nötig seien Kompromisse zwischen Wirtschaft, Arbeitnehmern, gesellschaftlichen Akteuren und Staat.

Geändert hat sich unter anderem die Bedeutung von Zweitjobs. Innerhalb von neun Jahren (2006 bis 2015) stieg die Zahl derer, die im Nebenjob einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, um 52 Prozent: von 1,63 auf 2,48 Millionen, wie die "Thüringer Allgemeine" (Dienstag) unter Berufung auf eine Antwort des Arbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken im Bundestag schrieb. Die Gesamtzahl der Minijobs ist demnach zwar nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes im vergangenen Jahr gesunken, die Zahl der Minijobber im Nebenerwerb ist bis Juni 2015 aber weiter gestiegen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Hier finden Sie Infos und Fotos vom Leipziger Opernball 2017 unter dem Motto „Moskauer Nächte“ mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr