Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Nato signalisiert Gesprächsbereitschaft mit Russland
Nachrichten Politik Nato signalisiert Gesprächsbereitschaft mit Russland
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:54 29.12.2017
„Ich gehe davon aus, dass wir mehr Treffen haben werden und dass wir auch die militärischen Kommunikationskanäle mehr nutzen werden“, so Generalsekretär Jens Stoltenberg. Quelle: dpa
Brüssel

Die Nato will sich im kommenden Jahr um einen intensiveren Dialog mit Russland bemühen. „Ich gehe davon aus, dass wir mehr Treffen haben werden und dass wir auch die militärischen Kommunikationskanäle mehr nutzen werden“, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg zum Jahreswechsel in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. In beiden Bereichen gebe es Bewegung und das gesamte Bündnis stehe dahinter. Dialog sei neben Abschreckung der zweite Pfeiler der Russlandpolitik des Bündnisses, sagte Stoltenberg.

Für einen stärkeren Austausch mit Russland hatte sich innerhalb der Nato zuletzt vor allem Deutschland eingesetzt. Dass die Bemühungen Erfolg haben könnten, erschien allerdings noch vor einigen Wochen unwahrscheinlich, da sich unter anderem die USA sehr kritisch zu Forderungen nach mehr Kontakten geäußert hatten.

So sagte US-Außenminister Rex Tillerson noch Anfang Dezember, nur um des Redens willen solle es keine Gespräche geben. Eine Normalisierung des Dialogs und regelmäßige Treffen mit Russland seien nur denkbar, wenn es Fortschritte bei der Lösung des Ukrainekonflikts gebe.

Tillerson vertrat damit einen deutlichen, anderen Standpunkt als die Bundesregierung. Außenminister Sigmar Gabriel forderte beim jüngsten Nato-Außenministertreffen, „mit Russland im Gespräch zu bleiben“ - trotz einer russischen Politik, die viele in der Nato verunsichere.

Der Kompromiss für das kommende Jahr sieht nun offensichtlich vor, sich um einen Ausbau der Kontakte zu bemühen, dabei aber ganz klar zu machen, dass es nicht um ein Normalisierung der Beziehungen, sondern um die Lösung von konkreten Problemen geht. Schon in der Vergangenheit war beispielsweise im Nato-Russland-Rat diskutiert worden, ob Militärmanöver durch bessere Kommunikation und gemeinsame Standards sicherer gemacht werden könnten.

Stoltenberg äußerte sich im dpa-Interview nicht zu Details der Pläne für das kommende Jahr. Als Beispiel für ausbaufähige Kontakte nannte er allerdings die mit dem russischen Generalstabschef Waleri Gerassimow. Bereits in diesem Jahr hätten der Vorsitzende des Nato-Militärkomitees und der Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte in Europa erstmals seit langem wieder ein Gespräch mit Gerassimow geführt, sagte der Norweger.

Von Ansgar Haase, dpa/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Personalmangel und Arbeit im Akkord: Das ist die Realität in deutschen Pflegeheimen. Reformen führen zwar zu Verbesserungen, der Kostendeckel lähmt jedoch richtige Fortschritte.

29.12.2017

Die Grünen wollen mit einer überparteilichen Initiative die Missstände in der Pflege bekämpfen. Die Pflegekräfte dürften nicht länger warten, sagt Fraktionschefin Katrin Göring-Eckhardt.

29.12.2017

Die Zahl der Straftaten gegen Geflüchtete ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Dennoch führt die Statistik von Pro Asyl und der Amadeu Antonio Stiftung bundesweit 1713 Angriffe. Besonders viele Straftaten wurden in Brandenburg und Sachsen registriert.

28.12.2017