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18:25 18.11.2016
Rückkehr ins Herkunftsland: Bis Jahresende könnte die Zahl der Abschiebungen auf 26 500 steigen. Quelle: dpa
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Berlin

Die Zahl der Abschiebungen von Ausländern aus Deutschland ist in diesem Jahr deutlich gestiegen. Bis Ende Oktober wurden bereits 21.789 abgelehnte Asylbewerber zurückgeschickt, teilte das Bundesinnenministerium mit. Hinzu kommen sogenannte Zurückschiebungen etwa wegen illegaler Einreise oder weil bereits in einem anderen EU-Land Asyl beantragt wurde. Im gesamten Jahr 2015 gab es 20.888 Abschiebungen.

Bis zum Ende dieses Jahres könnte die Zahl Schätzungen zufolge auf 26.500 steigen, berichtete die „Rheinische Post“ unter Berufung auf Unterlagen der Bundespolizei. Die meisten Abschiebungen in diesem Jahr gab es in Nordrhein-Westfalen (4220), Baden-Württemberg (3099) und Bayern (2892). Auch Sachsen hat mit 1707 Fällen in diesem Jahr verhältnismäßig viele Menschen abgeschoben. Die wenigsten Abschiebungen verzeichnen Bremen (71) und das Saarland (191).

Meisten Migranten werden in Heimatländer gebracht

Wie aus der Abschiebestatistik nach Herkunftsländern hervorgeht, werden die meisten Migranten in ihre Heimatländer gebracht. 17.792 der insgesamt knapp 22.000 Menschen wurden direkt per Flug in ihr Herkunftsland zurückgeschickt. Auch 504 Syrer und 100 Eritreer wurden abgeschoben, davon aber keiner ins Heimatland. Von 218 zurückgeschickten Irakern wurden neun in ihre Heimat abgeschoben.

Am häufigsten wurden in diesem Jahr Menschen aus Westbalkanstaaten abgeschoben. Mehr als 15.500 der Betroffenen kamen aus Albanien, dem Kosovo, Serbien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro, die als sogenannte sichere Herkunftsstaaten gelten. Menschen aus Tunesien, Marokko, Algerien, die nach dem Willen vor allem der Union auch als sicher eingestuft werden sollen, wurden in rund 550 Fällen abgeschoben, davon rund 200 direkt ins Heimatland.

29 Menschen werden nach Afghanistan geschickt

Abschiebungen gibt es nicht nur ins Heimatland, sondern auch beispielsweise in andere EU-Staaten, weil sie nach der sogenannten Dublin-Regelung für den Asylbewerber zuständig sind. Nach Afghanistan, wohin Abschiebungen besonders umstritten sind, wurden in diesem Jahr bis Ende Oktober 29 Menschen zurückgeschickt.

Auch nach dem Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat in Afghanistan bleibt die Bundesregierung bei ihrem Vorhaben, abgelehnte Asylbewerber dorthin abzuschieben. In einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion heißt es, mit der Anfang Oktober von deutscher und afghanischer Seite unterzeichneten Erklärung zu Migrationsfragen bestehe die „klare politische Grundlage“ für eine Zusammenarbeit im Bereich Rückkehr und Rückführung. Vor einer Abschiebung werde allerdings in jedem Einzelfall geprüft, ob der Betroffene im Einklang mit dem Recht tatsächlich zurückgeführt werden könne.

Von RND/dpa

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