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Politik New Yorker Angreifer wegen Terrorismus angeklagt
Nachrichten Politik New Yorker Angreifer wegen Terrorismus angeklagt
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07:43 02.11.2017
Quelle: AP
New York

Einen Tag nach der Todesfahrt eines 29-Jährigen in New York hat die US-Bundesanwaltschaft den Mann wegen Terrorismus angeklagt. Sayfullo S. sei absichtlich über einen Radweg gerast, hieß es am Mittwoch (Ortszeit) in der Anklageschrift. Ermittler hätten ein Mobiltelefon mit Propaganda der Terrormiliz Islamischer Staat sichergestellt. S. werden auch Unterstützung einer Terrorgruppe, Gewalt und Zerstörung von Fahrzeugen vorgeworfen.

Der 29-Jährige habe keine Reue gezeigt, hieß es in den Gerichtsunterlagen. Er habe sich gut damit gefühlt, was er getan habe, schrieben die Staatsanwälte in den Unterlagen. S. habe darum gebeten, in seinem Krankenhauszimmer eine Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat aufzuhängen. Der 29-Jährige war bei seiner Festnahme angeschossen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Zuvor hatte er mit einem gemieteten Pick-up-Truck acht Menschen getötet und zwölf weitere teils schwer verletzt.

Freund von Sayfullo S. befragt

Am Mittwoch erschien S. in einem Rollstuhl vor Gericht. Er trug Handschellen und auch seine Beine waren aneinander gekettet. Der 29-Jährige habe eine „erhebliche Menge“ körperlichen Schmerzes, sagte sein Verteidiger, David Patton. Nun solle der rechtliche Prozess abgewartet werden, sagte Patton und warnte vor vorschnellen Urteilen. Bei einer Verurteilung droht dem 29-Jährigen im härtesten Fall die Todesstrafe. US-Präsident Donald Trump forderte diese für S. am Mittwochabend direkt auf Twitter.

Aus Gerichtsdokumenten ging hervor, dass S. das Fahrzeug unter seinem eigenen Namen angemietet hatte und angab, es etwa für 75 Minuten zu brauchen. Das FBI befragte zudem einen Freund von S., der ebenfalls aus Usbekistan stammt. Ermittler hatten nach dem Mann mit Hilfe von Postern gesucht, nachdem sie ihn nicht auffinden konnten. Ob der Mann von den Plänen des 29-Jährigen wusste, war zunächst nicht klar.

Die US-Bundesanwaltschaft erklärte, auf dem Handy von S. seien rund 90 Videos und 3800 Fotos gefunden worden, viele davon mit Verbindung zu IS-Propaganda, darunter auch Bilder von Enthauptungen. S. ließ im Tatauto Messer und einen Brief zurück, der auf Arabisch und Englisch verfasst war. Bei einer Befragung im Krankenhaus erklärte S., er sei zu der Tat von IS-Videos inspiriert worden und habe bereits vor einem Jahr damit begonnen, die Attacke zu planen.

Von RND/dpa