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Politik Nordkorea bereit zu atomarer Abrüstung
Nachrichten Politik Nordkorea bereit zu atomarer Abrüstung
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14:39 19.04.2018
Ein südkoreanischer Marinesoldat geht an einem Bildschirm am Bahnhof von Seoul (Südkorea) vorbei, der den südkoreanischen Präsident Moon Jae-in (r.) und Nordkoreas Diktator Kim Jong Un zeigt. Quelle: AP
Seoul/Mar-a-Lago

Vor seinem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat sich Südkoreas Präsident Moon Jae In optimistisch über ein Abkommen zum kompletten Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms gezeigt. „Nordkorea hat seinen Willen zur vollständigen Denuklearisierung geäußert“, sagte Moon am Donnerstag laut seinem Büro bei einem Treffen mit Führungskräften einheimischer Medien.

Auch habe Pjöngjang keine Bedingungen gestellt, die die USA nicht akzeptieren könnten, wie etwa den Abzug amerikanischer Soldaten aus Südkorea. „Was sie wollen, ist ein Ende der feindseligen Politik, gefolgt von einer Sicherheitsgarantie.“ 

Auch US-Präsident Donald Trump geht davon aus, in den kommenden Wochen Kim Jong Un zu treffen – knüpft aber Bedingungen an die Begegnung. Es werde alles dafür getan, um das Treffen zu einem „weltweiten Erfolg“ zu machen, sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) vor Medien in seinem Domizil in Mar-a-lago (Florida). Wenn das Treffen aber nicht fruchtbar zu werden verspreche, werde er es „voller Respekt verlassen“.

Atomwaffen als Maßnahme zur Selbstverteidigung

Die kommunistische Regierung Nordkoreas hat bisher die Entwicklung von Atomwaffen auch als Maßnahme zur Selbstverteidigung bezeichnet. Den USA wurde immer wieder vorgeworfen, mit gemeinsamen groß angelegten Militärübungen mit dem Verbündeten Südkorea einen Angriff vorzubereiten. Das hatten Seoul und Washington stets bestritten. 

Moon will am Freitag nächster Woche mit Kim im Grenzort Panmunjom über die Denuklearisierung und die Bedingungen für einen dauerhaften Frieden auf der koreanischen Halbinsel sprechen. Dabei soll das Waffenstillstandabkommen, das nach wie vor seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) gültig ist, schließlich durch ein neues Friedenssystem ersetzt werden.

Auf das Gipfeltreffen hatten sich beide Länder im Zuge ihrer Annäherung seit Anfang dieses Jahres geeinigt. An diesem Freitag soll nach Angaben von Moons Büro eine direkte Kommunikationsverbindung („Heißer Draht“) zwischen Moon und Kim eingerichtet werden.

„Das Fernziel ist der gemeinsame Wohlstand beider Koreas“

Dank der Gipfel sollte es nicht schwierig sein, eine Einigung über die Normalisierung der Beziehungen Südkoreas und der USA mit Nordkorea zu erzielen, sagte Moon. „Das Fernziel der Denuklearisierung und der Friedensvereinbarungen ist der gemeinsame Wohlstand beider Koreas.“ Einschränkend sagte Südkoreas Staatschef, die Treffen mit Kim seien ein neuer Beginn. „Ich denke nicht, dass alles auf einmal gelöst werden kann.“

Trump sagte zu einem Treffen mit Kim: „Es ist ein historischer Moment, und möglicherweise sogar mehr als das – wenn es denn klappt.“ Er hoffe, dass Süd- und Nordkoreaner in Sicherheit, Frieden und Wohlstand zusammenleben könnten. Außerdem setzten sich die USA unablässig dafür ein, drei in Nordkorea festgehaltene Amerikaner freizubekommen.

„Wir haben mit Nordkorea viel hinter uns“, sagte Trump. Frühere Präsidenten hätten das Problem lösen müssen. Erneut dankte Trump Chinas Präsidenten Xi Jinping für dessen Einsatz in der Korea-Frage.Trump hatte zuletzt als möglichen Zeitraum für seine Gespräche mit Kim Anfang Juni genannt.

Von RND/dpa