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Politik Nordkorea droht USA mit „tausendfacher“ Vergeltung
Nachrichten Politik Nordkorea droht USA mit „tausendfacher“ Vergeltung
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15:04 07.08.2017
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un beim Test einer Rakete vom Typ Hwasong-14. Quelle: dpa
Seoul

Die Strafmaßnahmen seien das Resultat eines abscheulichen Plans der Vereinigten Staaten, der zum Ziel habe, Nordkorea zu isolieren und zu unterdrücken, teilte Pjöngjang am Montag in einer von den Staatsmedien verbreiteten Erklärung mit. Dafür werde es „tausendfache“ Vergeltung geben.

Nordkorea werde sich durch die Sanktionen niemals zwingen lassen, Verhandlungen über sein Atomprogramm aufzunehmen oder seine atomare Aufrüstung aufzugeben, solange die USA feindselig blieben, hieß es in der Erklärung. Das Land kündigte auch an, Gerechtigkeit zu üben, ohne konkret zu werden.

Der Weltsicherheitsrat hatte am Samstag eine von den USA vorgebrachte und mit China abgestimmte Resolution verabschiedet. Diese sieht Sanktionen vor, die vor allem Nordkoreas Exporteinnahmen empfindlich treffen sollen. Damit soll Nordkorea für die beiden jüngsten Tests von Interkontinentalraketen bestraft werden

Experten bezweifeln, dass die Sanktionen Wirkung zeigen

Auch der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho gab sich unnachgiebig. Unter keinen Umständen werde das Land seine Atomwaffen oder ballistischen Raketen zur Verhandlung stellen, sagte er laut einem Redetext, den sein Sprecher beim Asean-Treffen auf den Philippinen Reportern aushändigte. Nordkorea beabsichtige nicht, Atomwaffen gegen ein anderes Land als die USA einzusetzen, sagte Ri. Dies würde sich nur ändern, falls ein anderes Land sich an einer US-Handlung gegen Nordkorea beteiligen würde.

Nordkorea-Experten in Südkorea bezweifelten, dass die neuen Sanktionen das Land zum Einlenken bringen. Lim Eul Chul von der Kyungnam-Universität sagte, Nordkorea drücke mit der Erklärung seine Verärgerung aus, doch es sei unwahrscheinlich, dass der Staat die USA direkt provozieren wird. Nordkorea könne gleichwohl in den kommenden Monaten weitere Raketentests oder einen sechsten Atombombentest durchführen.

Shin Beomchul von der in Seoul ansässigen Korea National Diplomatic Academy sagte, es sei unwahrscheinlich, dass der Norden wieder Abrüstungsgespräche aufnehme, solange China nicht aufhöre, Nordkorea weitgehend kostenlos mit Rohöl zu beliefern und solange Zehntausende Nordkoreaner als Arbeiter im Ausland eingesetzt würden.

Von RND/dpa