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Politik Obama und Trump voll des Lobes füreinander
Nachrichten Politik Obama und Trump voll des Lobes füreinander
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19:28 10.11.2016
Treffen sich zum ersten Mal: Der designierte US-Präsident Donald Trump (links) und sein scheidender Vorgänger Barack Obama. Quelle: AFP
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Washington

Wie hingemalt und frischgewaschen liegt das Weiße Haus in der klaren Novembersonne. Der Sitz des mächtigsten Politikers der Welt. Barack Obama, der Amtsinhaber, trifft dort zum ersten Mal den Mann, über den er mehrfach gesagt hat, er sei ungeeignet, US-Präsident zu werden. Donald Trump wiederum hat seinen Vorgänger über Monate beschimpft, seine Herkunft in Frage gestellt. Nun wollen und müssen beide demonstrieren, dass die alte Demokratie USA nach einer historischen Wahlschlacht noch nicht alle Würde verloren hat.

An diesem Donnerstag sind die beiden Männer bemüht um freundliche Worte, wollen alles tun für eine friedliche Übergabe. Trump sagt sogar, er freue sich auf Obamas Rat, dieser sei „ein guter Mann“.

Barack Obama und Donald Trump haben versichert, alles für eine friedliche Übergabe der Macht in den USA zu tun. „Meine Priorität in den nächsten zwei Monaten ist es, dafür zu sorgen, dass der gewählte Präsident erfolgreich sein wird“, sagte Obama.

Zu Trump gewandt, meinte Obama: „Wenn Sie erfolgreich sind, ist das Land erfolgreich. Quelle: EPA

Angespannt wirken beide in den lederbezogenen Armstühlen am Ende des Oval Office vor dem Kamin, dem Schreibtisch gegenüber liegend. Verschränkte Hände während der kurzen Statements, nicht wirklich locker. Dass das Gespräch mit rund 90 Minuten viel länger dauert als geplant, werten manche als gutes Zeichen. Was das Land betreffe, so habe man über wundervolle und über schwierige Dinge gesprochen, sagt Trump. Kurzer Händedruck. Viele Fragen, keine Antworten.

Nicht jedem hat es gefallen, wie rasch Obama nach Trumps Sieg die Hand ausstreckte, das Land eindringlich zur Versöhnung mahnte. Den einen war das Würde und Staatskunst in Reinform, anderen ein viel zu schnelles Einknicken, Vergeben und Vergessen.

„Es war mir eine große Ehre“, sagte Trump, „wir haben uns vorher ja noch nie getroffen“. Das Gespräch habe 10-15 Minuten dauern sollen, es seien anderthalb Stunden geworden, und es hätte für seinen Geschmack noch länger dauern können.

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, das schließt auch seinen Rat ein“, sagte Trump an Obamas Adresse. Quelle: EPA

Keine 80 Tage mehr bis zum „Inauguration Day“, der Übergabe der Macht von Präsident 44 zu 45. Dass viel zu tun wäre, wäre untertrieben. „Washington steht vor einem Erdbeben“, schreibt die „Washington Post“. Eine Supermacht muss sich umkrempeln, auch innerlich und schlicht organisatorisch.

Es war der erste öffentliche Händedruck zwischen Donald Trump (links) und Barack Obama. Quelle: AFP

Das Weiße Haus betont, der neue Commander in Chief solle von Tag eins an in der Lage sein, auf alle Krisen ausreichend vorbereitet reagieren zu können. Noch im Wahlkampf hatten die Kandidaten erste Überblicke zur Sicherheitslage erhalten. Nun wird Trump nicht nur täglich von Geheimdiensten gebrieft. Er erhält auch Stück für Stück die so genannten Kronjuwelen: Wo stehen CIA und Pentagon, wie beurteilen die Dienste welche Lage?

Während des Wahlkampfs war wiederholt berichtet worden, Trump könne mit dicken Akten, akribischer Vorbereitung und Ordnern voller Szenarien herzlich wenig anfangen. Das könnte er als Präsident ändern müssen.

Von dpa/RND/fw

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