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13:39 26.12.2016
Eine Polizistin steht am 26.12.2016 in Berlin vor der improvisierten Gedenkstätte auf dem Breitscheidplatz. Quelle: dpa
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Berlin

Bis zum Montagmittag hatten bereits rund 32.700 Menschen eine entsprechende Onlinepetition für Lukasz U. bei „change.org“ unterzeichnet. Der Lastwagenfahrer soll dem Attentäter ins Lenkrad gegriffen und so eine noch größere Katastrophe verhindert haben. Lukasz U. gehört zu den insgesamt zwölf Todesopfern des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

Unterdessen brachten CSU-Politiker auch eine Ehrung für die zwei italienischen Polizisten ins Gespräch, die den mutmaßlichen Attentäter Anis Amri vier Tage nach der Tat in der Nähe von Mailand gestellt hatten. Bei einem anschließenden Schusswechsel wurde Amri getötet und ein Polizist verletzt. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Uhl sagte der „Bild“-Zeitung (Dienstag): „Die beiden italienischen Polizisten haben für ihr entschiedenes Handeln eine Auszeichnung verdient.“ Infrage käme unter anderem auch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Doch müsste man dem Bundespräsidialamt die „Auswahl einer geeigneten Ehrung überlassen“.

„Lukasz U. hat ein großes Zeichen gesetzt“

Die Onlinepetition für eine Auszeichnung des Polen Lukasz U. mit dem Bundesverdienstkreuz war bereits wenige Tage vor Weihnachten gestartet worden. Die Liste der Unterstützer soll Bundespräsident Joachim Gauck übergeben werden. Die Initiatorin Constanze Stelzenmüller begründete ihren Vorschlag mit den Worten, der polnische Lastwagenfahrer habe vermutlich viele Menschenleben gerettet „und ein großes Zeichen gesetzt für die Freundschaft und Aussöhnung zwischen unserem Land und Polen, dem unsere Vorfahren Furchtbares angetan haben“. Weiter heißt es in dem Aufruf: „Alle Deutschen, nicht nur die Berliner, haben Grund, seiner zu gedenken, und seinen Hinterbliebenen (seiner Frau und seinem Sohn) zu danken.“

Tunesien: Abschiebung von Anis Amris zwei Tage vor der Tat akzeptiert

Unterdessen hat das tunesische Außenministerium hat die Abschiebung des mutmaßlichen Attentäters von Berlin eigenen Angaben zufolge zwei Tage vor der Tat akzeptiert gehabt. Am Samstag vor dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt hätten die tunesischen Behörden ihr Einverständnis für die Abschiebung Anis Amris in sein Heimatland gegeben, sagte Sprecher Radhouane Ayara der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Zuvor sei seine Identität überprüft und bestätigt worden. Ein erster Abschiebungsversuch sei an einer falschen Identität gescheitert.

„Tunesien hat das Abschiebeverfahren nach diplomatischem Brauch uneingeschränkt eingehalten“. Das nordafrikanische Land reagierte damit auf Druck aus Deutschland, Abschiebungen schneller und in größerer Anzahl zuzustimmen.

Von RND/epd

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