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Politik Fünf Tote und 900 Verletzte bei Gaza-Protesten
Nachrichten Politik Fünf Tote und 900 Verletzte bei Gaza-Protesten
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20:49 06.04.2018
Mit dem Anzünden von Tausenden Autoreifen wollen die Palästinenser eine „Rauchwand“ schaffen – zum Schutz vor israelischen Scharfschützen. Quelle: dpa
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Gaza

Bei neuen massiven Protesten an der Grenze zu Israel sind nach Angaben der islamistischen Hamas im Gazastreifen mindestens fünf Palästinenser getötet und 900 weitere verletzt worden. Unter den Toten sei auch ein Teenager. Mehrere Menschen seien lebensgefährlich verletzt worden.

Nach Angaben der israelischen Armee waren rund 10.000 Palästinenser an Protesten und Ausschreitungen entlang der Grenze beteiligt. Sie verbrannten Autoreifen und schleuderten Steine in Richtung Israel. Dichter schwarzer Rauch stieg an zahlreichen Orten auf. Die israelische Armee setzte nach eigenen Angaben Wasserwerfer zum Löschen der Brände und einen riesigen Ventilator gegen die Rauchschwaden ein, die auf die israelische Seite zogen.

Palästinenser wollen Grenze unsichtbar machen

Hinter dem Massenbrand steckt Kalkül: Mit dem Verbrennen der Reifen wollen die Palästinenser eine „Rauchwand“ erzeugen. Ziel ist es, Scharfschützen auf der israelischen Seite der Grenze die Sicht zu erschweren. Israels Armee aber wirft der im Gazastreifen herrschenden Hamas vor, sie wolle im Schutz der Rauchschwaden Anschläge an der Grenze verüben.

Als Vorbereitung auf mögliche Gewaltzausbrüche wurden Palästinenser im Gazastreifen zu Blutspenden aufgerufen. Der Rettungsdienst Roter Halbmond richtete nach eigenen Angaben an fünf Stellen nahe der Grenze Feldkliniken zur Behandlung von Verletzten ein.

Proteste sollen insgesamt 6 Wochen andauern

Die Hamas hatte vor einer Woche den „Marsch der Rückkehr“ gestartet, insgesamt sollen die Proteste sechs Wochen andauern. Beim schlimmsten Ausbruch der Gewalt seit 2014 sind bisher 22 Palästinenser ums Leben gekommen. Am Karfreitag waren bei Konfrontationen 18 Palästinenser getötet worden, zwei starben später an ihren Verletzungen.

Bei Vorfällen im Grenzbereich am Dienstag und am Donnerstag gab es wiederum zwei Todesopfer. Israelische Soldaten schossen jedoch nach Armeeangaben gezielt auf palästinensische Rädelsführer - die meisten der Getöteten waren nach israelischen Angaben militante Palästinenser.

Palästinenser pochen auf „Recht auf Rückkehr“

Anlass der Proteste ist der 70. Jahrestag der Gründung Israels. Die Palästinenser sehen sie als Katastrophe an, weil 1948 Hunderttausende Palästinenser fliehen mussten oder vertrieben wurden. Sie pochen auf ein „Recht auf Rückkehr“. Israel lehnt dies ab.

Die Hamas ist in den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft. Sie bestreitet das Existenzrecht Israels und fordert die gewaltsame Errichtung eines islamischen Palästinas vom Mittelmeer bis zum Jordan.

Von dpa/RND/lf

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