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00:18 07.04.2016
Boomcity Panama-Stadt: In den vergangenen Jahren explodierte die Sykline der Hauptstadt des mittelamerikanischen Landes geradezu. Quelle: Tobias Käufer
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Panama-Stadt

Auch der Steuerfüchtling hat seinen "Schleuser". In Panama arbeiten all jene, die mithelfen, Gelder in einen sicheren, sprich versteckten Hafen zu bringen, in den über 50 Banken-Palästen, die das kleine mittelamerikanische Land allein in seiner einzigen Metropole Panama-Stadt beherbergt. Diese „Schleuser“ sorgen dafür, dass das Schwarzgeld anschließend für die Steuerfahnder dieser Welt unentdeckt bleibt. Über die Jahre ist in dem vergleichsweise wohlhabenden Land Südamerikas eine Symbiose entstanden, die sich gezielt um diese Klientel bemüht: Reiche Touristen aus dem Ausland auf der Suche nach diskreten Anlageformen.

Für sie wuchs in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Landschaft von Wohnhäusern mit Luxusapartments, Nobelherbergen und eben Bankhäusern. Ihr Zentrum ist die „Punta Pacifia“, ein nur ein paar Meter vom Ufer entfernt gelegener Kreisverkehr, an dem sich zur Rush Hour die deutschen und italienischen Sportwagen Stoßstange an Stoßstange durch den Verkehr quälen. Die Straßen können mit dieser Dichte an Millionären schlichtweg nicht mehr mithalten.

Trumps Luxus-Hotel für diskrete Klientel

Einer, der genau hier seine Geschäfte macht, ist US-Immobilienmogul und Präsidentschaftsbewerber Donald Trump. Sein „Trump Ocean Center“ ist wegen der ungewöhnlichen Form zu einem Markenzeichen der Skyline von Panama-Stadt geworden. Es ist das höchste und größte Hotel Lateinamerikas, angelegt für eine Klientel, die es teuer, luxuriös und diskret mag. Schwimmbad, Fitnessstudio, Squash-Center, Joggingpfad und Yoga-Garten gehören zu den "Luxury-Living"-Apartments in Panama-Stadt zur Grundausstattung, die Immobilienmakler anbieten. Sie werfen immer mehr Wohnungen der Luxus-Klasse auf den Markt. Der Bauboom der letzten Jahre ist gezielt gesteuert. Seit die Schweiz als eine Steueroase nicht mehr wasserdicht ist, rücken andere Länder in diese Lücke. Panama hat sich ganz bewusst in dieses System eingeklinkt.

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Das mittelamerikanische Land ist im Vergleich zu anderen Ländern wie Nicaragua, Honduras, Guatemala oder El Salvador wohlhabend. Das liegt vor allem am erfolgreichen Panama-Kanal, der gerade erweitert wird und noch mehr Milliarden in die Staatskasse spülen soll. Das Geschäftsprinzip des Landes ist es, nicht selbst zu produzieren, sondern seinen Anteil des Welthandels einzufordern. Ähnlich verhält es sich mit der Steuerpolitik. Panama bietet dem internationalen Steuerflüchtling eine exakt aufeinander abgestimmte Mischung: Diskrete Banken, Politik, die das fördert und Hotel- und Unterkunftsinfrastruktur, die Millionären und ihren Ansprüchen gerecht wird.

Steuerfreiheit als Geschäftsprinzip

In der Hauptstadt Panama-Stadt bilden die Bankenpaläste mittlerweile eine eigene Wolkenkratzerlandschaft. Beeindruckend hohe, seelenlose Bauten, mit verspiegelten Fenstern und fast unsichtbaren Eingängen vermitteln den Eindruck einer monetären Parallelgesellschaft. Inmitten dieser kalten, emotionslosen Bürolandschaft hat auch die rund um die „Panama Papers“ stehende Kanzlei Mossack ihre Geschäftsräume.

Panama liebt zahlungskräftige ausländische Touristen. So sehr, dass es gleich bei der Ankunft im frisch ausgebauten internationalen Flughafen frei zugängliches Internet und eine kostenlose Krankenversicherung für Besucher gibt. Der Flughafen von Panama-Stadt gilt als eines der wichtigsten Drehkreuze innerhalb Lateinamerikas – auch für Privatflugzeuge. Der Weg in die Stadt ist gepflastert mit Plakaten von zollfreien Handelszonen und Einkaufszentren. Steuerfreiheit als Geschäftsprinzip.

Rauschende Poolpartys mit Models

Die rauschenden Poolpartys mit mehrfach operierten Models, vor allem aus Kolumbien und Venezuela, sind in Panama-Stadt als teuer, legendär und verwegen verschrien. Das liegt vor allem daran, dass sich auch Lateinamerikas Drogenbosse intensiv für den Finanzplatz interessieren. Vor gut zwei Jahren geriet Panama schon einmal in den Fokus der internationalen Berichterstattung. Damals gab es einen unappetittlichen Streit zwischen Panamas Regierung und Venezuelas sozialistischen Machthabern. Damals regierte Venezuela auf die Kritik aus Panama mit dem Abbruch aller wirtschaftlichen und politischen Beziehungen. Panamas Regierung reagierte gelassen: Minister Fernando Henríquez drohte daraufhin damit, die Schwarzgeldkonten der Chavistas, wie die Anhänger des verstorbenen sozialistischen Präsidenten Hugo Chávez heißen, zu sperren. „Sie plündern ihr Land und verstecken das Geld auf dem Bankenplatz Panama", wütete Henríquez damals. "Sie haben Geld und finanzielle Ressourcen auch in anderen Bankenzentren gesichert. Dies dient zur Vorbereitung aller Eventualitäten", fügte er kalt lächelnd hinzu.

Sollte heißen, wenn es mit der venezolanischen Revolution einmal zu Ende geht, stehen für hochrangige Funktionäre schon die Flieger bereit. Nur wenige Tage nach verbalen Gemetzel versöhnten sich beide Lager wieder. Die Vorwürfe, die der damalige Minister Henriquez öffentlich erhob, wurden allerdings nie untersucht. Auch nicht von Panamas Behörden. Und Venezuela stellte fortan sämtliche Kritik an Panama ein.

Von Tobias Käufer

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