Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Paris gedenkt der Terroropfer
Nachrichten Politik Paris gedenkt der Terroropfer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:19 13.11.2016
François Hollande spricht am Rande der Trauerfeier mit einem Opfer der Terroranschläge. Quelle: afp
Anzeige
Paris

Frankreich gedenkt der 130 Opfer der islamistischen Anschläge vor einem Jahr. Präsident François Hollande enthüllte am Stade de France nördlich von Paris eine Gedenktafel und legte einen Kranz nieder. Zudem wurde eine Schweigeminute abgehalten. Vor dem Stadion hatten sich während des Fußball-Länderspiels Frankreich gegen Deutschland am 13. November 2015 drei Selbstmordattentäter der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in die Luft gesprengt. Dabei wurde ein Mann getötet und mehrere Menschen verletzt.

Der Sohn des ersten Opfers der Anschläge erinnerte in einer kurzen Ansprache an seinen Vater Manuel Dias und rief zur Toleranz auf. Auch an den fünf anderen Anschlagsorten in Paris enthüllte Hollande im Anschluss Gedenkplaketten – an einem Restaurant, drei Bars und an der Konzerthalle Bataclan. In der Kathedrale Notre Dame fand zudem eine Messe für die Anschlagsopfer statt.

Das Restaurant „Le Petit Cambodge“ wurde Ziel der Attacken von Islamisten. Zum Jahrestag bewacht die Polizei den früheren Tatort. Quelle: afp

An den Gedenkfeiern nehmen auch andere Mitglieder der Regierung teil, unter anderem Premierminister Manuel Valls und Innenminister Bernard Cazeneuve.

Die offiziellen Gedenkfeiern wurden in Absprache mit Opferverbänden nüchtern gehalten. An jedem Tatort gab es eine Schweigeminute, aber keine Reden von Staatschef Hollande oder anderen Verantwortlichen. Der Sohn eines Opfers hielt am Stadion ein Plädoyer für Toleranz und gegen Stigmatisierung. Er rief dazu auf, sich der Furcht nicht zu beugen: Angesichts der Angst „müssen wir alle weiter in aller Freiheit voranschreiten“, sagte er. „Im Bewusstsein der Risiken, ohne jemals denen nachzugeben, die uns terrorisieren wollen.“

Am Sonnabend hatte der britische Rockmusiker Sting den Auftakt zu den Gedenkfeiern gegeben. Er trat als erster Künstler seit dem Anschlag im Bataclan auf, wo die Islamisten 90 Menschen getötet hatten. Abgewiesen wurden zwei Mitglieder der US-Band Eagles of Death Metal, die während des Anschlags auf der Bühne gestanden hatten. Die Bataclan-Leitung begründete dies mit Interview-Äußerungen des Sängers der Band, Jesse Hughes. Dieser hatte gesagt, der Angriff sei von Sicherheitsleuten im Saal ausgelöst worden, zudem hätten während der Anschläge Muslime vor dem Konzertsaal gefeiert.

Ausnahmezustand

Frankreichs Premierminister Manuel Valls geht davon aus, dass der nach den Pariser Terroranschlägen vor einem Jahr verhängte Ausnahmezustand nochmals verlängert wird. Er werde sicherlich noch einige Monate länger in Kraft bleiben, sagte Valls. „Es ist zu diesem Zeitpunkt schwierig, den Ausnahmezustand zu beenden, vor allem weil wir in wenigen Wochen einen Präsidentschaftswahlkampf beginnen werden, wo es öffentliche Kundgebungen geben wird“, so der Regierungschef. „Wir müssen auch unsere Demokratie beschützen.“

Der Ausnahmezustand war mehrfach verlängert worden und gilt derzeit bis Ende Januar 2017. Er gibt den Behörden teils umstrittene Sonderrechte. So können Hausdurchsuchungen ohne Richterbeschluss angeordnet werden, der Innenminister kann auch Menschen unter Hausarrest stellen.

Von RND/afp

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In den Tagen nach der Trump-Wahl kommt es in den USA zu vermehrten Fällen von Rassenhass. Die Angst wächst vor rechten Extremisten, die sich durch den Sieg des Republikaners in ihrer Weltanschauung bestärkt fühlen.

13.11.2016

Hillary Clinton macht das Vorgehen von FBI-Direktor James Comey in der E-Mail-Affäre kurz vor der Wahl zumindest zum Teil für ihre Niederlage verantwortlich.

12.11.2016
Politik Scharmützel mit der Polizei - 25.000 demonstrieren in Köln gegen Erdogan

Etwa 25.000 Alewiten und Kurden haben in Köln gegen den türkischen Präsidenten Erdogan demonstriert. Am Rande gingen einige Demonstranten auf die Polizei los – die Beamten setzten Schlagstock und Pfefferspray ein.

12.11.2016
Anzeige