Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Patientenschützer: Suizidrate der über 60-Jährigen steigt

Gesellschaft Patientenschützer: Suizidrate der über 60-Jährigen steigt

Suizid ist ein Tabuthema in Deutschland. Patientenschützer und Grüne verlangen mehr Aufklärung. Der Weltsuizidtag soll dabei helfen.

Voriger Artikel
Länder vertagen Beratungen über Finanzausgleich
Nächster Artikel
RWI rechnet mit Rückgang des Haushaltsüberschusses

Häufig leiden die Betroffenen laut Brysch an Depressionen

Quelle: Ingo Wagner/Illustration

Berlin. Die Selbsttötungsrate bei den über 60-Jährigen steigt nach Angaben der Deutschen Stiftung Patientenschutz weiter besorgniserregend an. Unter den jährlich 10 000 Menschen, die sich das Leben nehmen, gehörten 45 Prozent dieser Altersgruppe an.

Dabei mache sie nur 27 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Während die Bundesregierung den Ausbau von Hospiz- und Palliativarbeit für sterbende Menschen plane, "ist bei der Suizidprophylaxe im Alter keine Verbesserung in Sicht".

Heute ist der Weltsuizidtag. Weltweit nehmen sich jährlich schätzungsweise eine Million Menschen das Leben. In Deutschland versuchen 100.000 Menschen, sich selbst zu töten. Etwa 10.000 unter ihnen sterben. "Das sind mehr Tote im Jahr als durch Verkehrsunfälle, Mord, Totschlag, illegale Drogen und Aids zusammen", sagte Brysch.

Häufig leiden die Betroffenen laut Brysch an Depressionen, die oft nicht erkannt und somit nicht therapiert werden. In Pflegeheimen habe sogar die Hälfte der Bewohner depressive Symptome und jeder Fünfte leide unter schwerer Depression, sagte Brysch. Es gelte daher, ein "Aktionsprogramm Suizidprophylaxe 60plus" einzurichten, das auch den Aufbau mobiler psychotherapeutischer und neurologischer Teams vorsehe.

Die Grünen forderten die Bundesregierung auf, eine Aufklärungskampagne zu starten. Die Bürger müssten ein Bewusstsein für das Thema entwickeln, Hilfsangebote kennenlernen und Vorurteile abbauen können, sagte die Grünen-Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink. "Der Besuch beim Psychiater, der Psychotherapeutin, dem Krisendienst oder der Beratungsstelle sollen so selbstverständlich wie der Arztbesuch bei einem Beinbruch werden."

Die Grünen hatten einen entsprechenden Antrag im Bundestag eingebracht. Darin heißt es, "viele Menschen, die sich etwa aus Verzweiflung, Vereinsamung oder fehlender Wertschätzung selbst töten wollen, suchen Hilfe". Das Thema Suizid sei in Deutschland tabuisiert und mit vielen Vorurteilen behaftet. Betroffene hätten Angst vor Stigmatisierungen, Verlust sozialer Kontakte und Zwangsbehandlungen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Hier finden Sie Infos und Fotos vom Leipziger Opernball 2017 unter dem Motto „Moskauer Nächte“ mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr