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13:22 27.11.2016
Die Politik trauert um Peter Hintze. Quelle: dpa
Düsseldorf

Der Bundestagsvizepräsident und frühere CDU-Generalsekretär Peter Hintze ist tot. Hintze ist in der Nacht zu Sonntag im Alter von 66 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestoben.

Die frühere Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) äußerte sich über Twitter tief betroffen: «Ich bin todtraurig. Peter #Hintze war einer der geistreichsten und warmherzigsten Menschen, denen ich in der Politik jemals begegnet bin.“

Helmut Kohl und Peter Hintze pflegten ein sehr vertrautes Verhältnis. Quelle: dpa

Der studierte Pfarrer Hintze gehörte zum kleinen Kreis von Unions-Vertrauten, die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) lange und gut kennt. Anfang der Neunzigerjahre war Hintze Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Frauen und Jugend – unter der damaligen Ressortchefin Merkel. 1994 und 1998 organisierte er für Kanzler Helmut Kohl als CDU-Generalsekretär die Bundestagswahlkämpfe.

Auf Hintze folgt Angela Merkel

Für den Machtverlust 1998 wurde Hintze wegen seiner „Rote-Hände“-Kampagne mitverantwortlich gemacht. Merkel löste ihn im Amt des CDU-Generalsekretärs ab.

Doch der Kohl-Mann überstand den politischen Umbruch. 2005 wurde er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, 2007 zusätzlich Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrttechnik, 2013 dann Bundestagsvizepräsident. Seit 1990 saß er im Bundestag.

Immer im Zirkel der Macht dabei: Peter Hintze mit Kanzlerin Angela Merkel. Quelle: dpa

Hintze galt als ein warmherziger, oft gut gelaunter Rheinländer mit Spaß an Ironie. Für seine Überzeugungen kämpfte er unermüdlich – etwa gegen das Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID). Für den Vater eines Sohnes war es „unbarmherzig“, wenn Paare mit sehnlichem Kinderwunsch, aber einer Veranlagung für eine schwere Erbkrankheit, nicht durch Gentests die Chance auf die Geburt eines gesunden Kindes bekommen sollten.

Und mit seiner liberalen Position in der Debatte um Sterbehilfe stellte sich der evangelische Pfarrer nicht nur gegen die Spitze seiner Partei und die Mehrheit seiner Fraktion, sondern auch gegen die eigene und die katholische Kirche.

Merkel reagiert bestürzt über Todesnachricht

Mit Peter Hintze verliere die Union „eine ihrer herausragenden Persönlichkeiten“, sagte die CDU-Vorsitzende Angela Merkel. Er habe „die Politik der CDU Deutschlands wie auch unseres Landes über Jahrzehnte in unterschiedlichsten Funktionen maßgeblich geprägt“. Er sei „ein Mann des offenen Wortes, aber auch des Ausgleichs“ gewesen.

„Unvergessen sind vor allem seine sechs Jahre als Generalsekretär der CDU Deutschlands“, erklärte Merkel, die Hintze seit Jahren zu ihren Vertrauten zählte. „Er gehörte zu den herausragenden intellektuellen Köpfen der Partei, war sensibel für gesellschaftliche Entwicklungen, erkannte frühzeitig die Notwendigkeit zur programmatischen Weiterentwicklung und leistete damit einen wichtigen Beitrag, dass die CDU eine lebendige Volkspartei in der Mitte der Gesellschaft bleiben konnte.“

Von RND/dpa

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