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Politik Polizei gibt Entwarnung nach Nowitschok-Verdacht
Nachrichten Politik Polizei gibt Entwarnung nach Nowitschok-Verdacht
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10:16 08.07.2018
Ermittler suchen nach Hinweisen. Quelle: PA WIRE
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Salisbury

Nach einem Test eines britischen Polizisten auf den Nervenkampfstoff Nowitschok haben die Behörden Entwarnung gegeben. Die vorsorgliche Untersuchung sei negativ ausgefallen, teilte die zuständige Polizei von Wiltshire am späten Samstagabend mit. Der Beamte hatte nach einem mutmaßlichen Giftgasangriff auf zwei Menschen in Amesbury vor einer Woche Hilfe gesucht und war ins Salisbury District Hospital überwiesen worden.

Das Paar im Alter von 44 und 45 Jahren war am vergangenen Wochenende nach Kontakt mit der tödlichen Substanz zusammengebrochen. Die Frau und der Mann befinden sich in kritischem Zustand im Krankenhaus. Die Polizei glaubt, dass sie möglicherweise einen Gegenstand oder ein Fläschchen berührt haben, das für den Anschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter im März in Salisbury verwendet wurde.

Die Skripals hatten Monate im Salisbury District Hospital zur Behandlung nach dem Vorfall verbracht. Auch das vor einer Woche mutmaßlich vergiftete Paar ist dort stationiert. Vor der Untersuchung des Polizisten waren keine Informationen über seinen Gesundheitszustand bekannt gegeben worden. Unklar war auch, ob er der Substanz möglicherweise ausgesetzt wurde. Die Polizei von Wiltshire erklärte, angesichts der Entwarnung für den Kollegen erfreut zu sein.

Beamte überprüfen verdächtige Orte

Das Nervengift Nowitschok war im Kalten Krieg von der Sowjetunion entwickelt worden. Britischen Ermittlern zufolge ist der Kampfstoff der Grund, warum die bisherigen Betroffenen krank geworden sind.

Das Hospital bekräftigte, die Risiken für die breitere Öffentlichkeit blieben gering. Eine größere Zahl von Menschen habe das Krankenhaus wegen Gesundheitsbedenken zwar aufgesucht, aber niemand habe behandelt werden müssen.

Am Samstag hatten die Ermittler weiter nach der Quelle gesucht, mit dem das Paar aus Amesbury nach Einschätzung der Behörden in Kontakt gekommen sein muss. Mehr als 100 Beamte überprüften verdächtige Orte in Amesbury und Salisbury. Sie wurden zum Schutz der Öffentlichkeit abgesperrt. Die Suche könnte nach offiziellen Angaben Wochen oder Monate dauern.

Von RND/ap

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