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Polizei in Sorge nach rechter Gewalt in Kölner Innenstadt

Kriminalität Polizei in Sorge nach rechter Gewalt in Kölner Innenstadt

Wieder sind mitten in der Kölner Innenstadt Menschen angegriffen worden. Diesmal wurden Ausländer von fremdenfeindlichen Schlägern attackiert. Die Polizei sieht ein "alarmierendes Signal".

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Norbert Wagner von der Kölner Polizei über die fremdenfeindlichen Angriffe: «Es ist ein alarmierendes Signal, dass wir sehr ernst nehmen».

Quelle: Oliver Berg

Köln. Rechte Gewalttäter haben in der Kölner Innenstadt gezielt Ausländer verfolgt und angegriffen. Drei Menschen wurden verletzt. Möglicherweise ging es den Tätern um Vergeltung für die Übergriffe auf Frauen an Silvester.

"Das sind Taten von Menschen, die meinen, sie müssten das Recht in die eigene Hand nehmen", sagte Polizeidirektor Michael Temme. Die Bundesregierung verurteilte die Attacken: "Nichts entschuldigt solche Taten", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Die Kölner Polizei hatte nach eigenen Angaben Ende vergangener Woche bemerkt, dass Leute aus der Hooligan-Szene in sozialen Netzwerken für Sonntag zu "gewaltfreien Spaziergängen" oder "Altstadt-Spaziergängen" aufriefen. Die Polizei war deshalb am Sonntag entsprechend stark in der Innenstadt vertreten.

Nach derzeitigem Stand kam es in der Innenstadt zu vier gewalttätigen Übergriffen. Zwei Pakistaner mussten im Krankenhaus behandelt werden, ein Syrer wurde leicht verletzt. Ein 19-Jähriger aus Guinea wurde mit einer Flasche geschlagen. Ein anderer Afrikaner wurde von etwa 25 Angreifern verfolgt. Die Zahl der Anzeigen könne sich in den nächsten Tagen noch erhöhen, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Polizei sprach 199 Platzverweise aus und überprüfte 153 Personen. Davon waren 13 schon einmal mit rechtsextremen Straftaten in Verbindung gebracht worden. 18 entstammten dem Rockermilieu und der Türsteherszene. Es handele sich eindeutig um "fremdenfeindliche Straftaten", sagte der Kölner Kripo-Chef Norbert Wagner. Hier hätten sich gezielt Leute verabredet, um auf augenscheinlich "nicht-deutsche Menschen" loszugehen. "Es ist ein alarmierendes Signal, dass wir sehr ernst nehmen".

Mit stärkerer Präsenz will die Polizei auf die Vorkommnisse reagieren. "Wir werden sehr aktiv in Bewegung sein", kündigte Temme an, etwa mit mehr Streifendiensten. Die Kölner Staatsanwaltschaft übernahm die strafrechtliche Aufarbeitung des Geschehens. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn.

dpa

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