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Prozessauftakt: Beute aus Kirchen-Einbrüchen für den Dschihad

Prozesse Prozessauftakt: Beute aus Kirchen-Einbrüchen für den Dschihad

Sie stahlen laut Anklage Klingelbeutel und Laptops. Acht junge Männer müssen sich in Köln für eine mehrjährige Einbruchserie verantworten. Der Vorwurf: Sie wollten damit die Islamisten in Syrien unterstützen.

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Das Landgericht und Amtsgericht in Köln. «Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat» wird einer achtköpfige Bande aus der salafistischen Szene vorgeworfen.

Quelle: Marius Becker/Archiv

Köln. Eine Bande soll über Jahre im Großraum Köln in Schulen und Kirchen eingebrochen sein, um mit dem Diebesgut den Dschihad in Syrien zu unterstützen. Acht junge Männer mutmaßlich aus der Salafisten-Szene müssen sich jetzt vor dem Kölner Landgericht verantworten.

Sie alle kamen aus der Untersuchungshaft zu dem Prozess, der unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen begann. Die Anklage hält ihnen schweren Raub und Diebstahl in Köln und Siegen vor. Die Erlöse sollten als Spenden nach Syrien an Kämpfer gehen, die dort einen islamischen Gottesstaat errichten wollen, sagte Staatsanwältin Nadja Gudermann zum Start des Mammutverfahrens.

Die Beschuldigten plünderten laut Anklage Opferstöcke und Klingelbeutel, stahlen Gegenstände, die "dem Gottesdienst gewidmet sind und der religiösen Verehrung dienen" - also auch etwa Kreuze oder Messbecher. Bei Einbrüchen in mehreren Schulen erbeutete die Bande demnach auch Laptops, Bargeld oder eine EC-Karte, die sie mehrfach genutzt haben soll.

Die Männer kamen bei ihren Einbrüchen zwischen 2011 und 2014 auf rund 19 000 Euro und errichteten zudem erhebliche Schäden in den Gotteshäusern und Schulgebäuden an, wie Gudermann betonte. Wie viel Geld tatsächlich bei den Kämpfern ankam, ist nicht Gegenstand des Strafprozesses.  

In den Mittelpunkt rückte ein Deutsch-Marokkaner, der ein Video auf Youtube eingestellt haben soll, in dem er zur Teilnahme am bewaffneten Dschihad aufruft. Er sei selbst in dem deutschsprachigen Teil des Videos zu sehen, sagte die Staatsanwältin.

Einem Gerichtssprecher zufolge werden auch Symbole der IS-Terrorgruppe Islamischer Staat eingeblendet. Der 26-Jährige habe sich auch selbst militärisch ausbilden lassen in einem Ausbildungslager in Syrien, um sich später an Kampfhandlungen zu beteiligen, hieß es in der Anklage.

Drei der Kölner Beschuldigen sind zudem vom Generalbundesanwalt wegen Unterstützung einer ausländischen terrorischen Vereinigung angeklagt und werden sich demnächst vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten müssen. Der Vorsitzende Richter Ralf-Peter Sossna sagte in Köln, im kommenden Jahr hätten sich diese drei Betroffenen damit wohl parallel zwei Prozessen zu stellen. Die große Strafkammer in der Domstadt hat bis März 2016 bisher 47 Verhandlungstage angesetzt.

dpa

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